Montag, 8. Dezember 2014

Netanjahu, der Araber

Der Bruderkrieg im Nahen Osten


Ja Servus, 

angesichts der Bestrebungen des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen zu erzwingen, raufen wir uns mal wieder das Gefieder. Der Grund für Netanjahus Handeln liegt auf der Hand: politisch soll das Kabinett nach rechts rücken, und die Gelegenheit ist grad günstig. Die gemäßigten Minister wie Zipi Livni wurden bereits entlassen.

Rein machtpolitisch ist das natürlich ein fast logischer Schachzug. In der Außenwirkung aber wird das wahrscheinlich verheerende Folgen haben: dergestalt, daß eine friedliche und politische Lösung des Konflikts im Nahen Osten noch weiter weg rückt – wenn das überhaupt möglich ist. Solange auf beiden Seiten die Hardliner das Sagen haben, wird der Graben ohnehin nur noch tiefer. Und Hardliner Netanjahu nutzt die politische Wetterlage, seine Position zu festigen.
Natürlich sind die Hardliner von der Hamas auch nicht besser: solange Raketen auf Israel abgefeuert werden, wird die israelische Armee immer wieder zurückschlagen. Da aber auch das dümmste Hamas-Mitglied das inzwischen wissen müßte, kann es nur einen Grund dafür geben, daß immer wieder Raketen abgefeuert und damit im Grunde die eigene Bevölkerung als Geisel gehalten wird: die Hamas hat an einem Frieden - und damit an einer Zwei-Staaten-Lösung - kein Interesse.
Es ist offenbar nicht jeder Politiker im Nahen Osten willens oder in der Lage, Fehler einzusehen, Standpunkte zu revidieren, zu deeskalieren, die Hand zu reichen. Menachem Begin, Anwar Al-Sadat, König Hussein, Yitzhak Rabin oder Ehud Barak konnten das. Netanjahu nicht. Oder er will nicht. Unerheblich - das Resultat ist das gleiche: Eskalation. 

Dabei weist ausgerechnet Netanjahus Familienname (!) darauf hin, daß Juden und Muslime gemeinsame Wurzeln haben. Wurzeln, die über die Zugehörigkeit zur semitischen Sprachfamilie und die beiderseitige mythologische Abstammung von Stammvater Abram/Abraham/Ibrahim weit hinausgehen. Die aktuelle archäologische Sachlage über die Vorgeschichte der Israeliten und die Entstehung des Judentums zeigt, daß die Wurzeln des Glaubens an den allmächtigen Gott des Alten Testaments möglicherweise - ausgerechnet – in Arabien liegen! 

Historiker und Archäologen: bitte nicht zu genau lesen. Wir fassen nur ganz kurz und ganz platt den aktuellen Stand der Forschung zusammen.  Von Laien für Laien, sozusagen. Der Sachstand scheint nämlich längst nicht überall bekannt zu sein. Leider.

1300 v. Chr. 


Um diese gemeinsamen Wurzeln deutlich zu machen, muß zunächst festgestellt werden, daß das Alte Testament nur bis ca. 1300 v. Chr. archäologisch unterlegt ist. Exakt im Jahre 1208 v. Chr. ist auf der Siegesstele des Pharaos Merenptah  vom Sieg über "Israel" die Rede. Damit ist dies das älteste archäologische Zeugnis der Existenz eines Volkes mit dem Namen "Israel" im südlichen Kanaan.

Ausschnitt der Merenptah-Stele
"Israel ist zerstört. Seine Saat ist nicht mehr."

Bei Klick größer. 


Zeitlich entspricht das Jahr 1208 v. Chr. in etwa der mythischen Landnahme Kanaans durch die Israeliten unter der Führung von Josua. Alles, was lt. Bibel davor stattfand, ist archäologisch nicht verifizierbar. Und die meisten Fachleute sind geneigt, das alles in den Bereich der Mythen und Legenden zu verweisen. 

Garten Eden, Adam, Eva, Kain, Abel, Noah und die Sintflut, die Zeit der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob, der Verkauf Josephs nach Ägypten und die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei durch Moses und Aaron: alles erfunden. Bzw. Legenden, die durch Übernahme anderer, teils viel älterer Legenden und deren Assimilation entstanden. Die Geschichte von der Sintflut taucht bekanntlich weltweit in allen möglichen Kulturkreisen auf, bis hin zu den Indianern. Die älteste Version stammt von den Sumerern im Süden des heutigen Irak. Und das war vor 5000 Jahren. In Worten: Fünftausend.

Es gab wohl keinen Josua


Die gewaltsame Landnahme durch Josua und die israelitische Armee, zB die Zerstörung Jerichos, ist inzwischen mit Sicherheit widerlegt. Die Zerstörung der kanaanitischen Stadtstaaten wie zb Jericho, Ai oder auch der schon in der Bronzezeit mehr als 20.000 Einwohner fassenden Metropole Hazor, kann nicht durch Josua erfolgt sein.

Jericho wurde 1580 v. Chr., Hazor um 1300 v. Chr. zerstört. Das paßt zeitlich mit einem Eroberungsfeldzug absolut nicht zusammen. Darüberhinaus deutet „Ai“ („Trümmerhaufen“) als Stadtname darauf hin, daß israelitische Truppen den Ort bereits zerstört vorfanden. Die Israeliten und ihr wahrscheinlich auch mythologischer Anführer Josua scheiden daher als Eroberer aus.

Das finden wir grundsätzlich erstmal gut – schließlich sind die Gräuel und Gewaltorgien im Buch Josua nichts, womit sich eine Religion brüsten kann. Details lassen wir hier weg.

Die Zerstörung von Ai, Jericho und Hazor


Zurück zu den kanaanitischen Stadtstaaten. Wahrscheinlich unterhielten die den ägyptischen Pharaonen unterstehenden Stadtstaaten ein feudales Klassen-System. Ägyptische Berichte schildern ein System von Leibeigenschaft und Sklaverei.
Dieses auf Ausbeutung basierende System bricht nach und nach, möglicherweise aufgrund veränderter Rahmenbedingungen, zusammen. 

Erklärungsansätze dafür gibt es so einige: die Anlandung der Philister / Seevölker an der Mittelmeerküste, die Schwächung der Schutzmacht Ägypten, etc. Als interessanter Ansatz wird eine Art „Aufstand“ der „unteren Klassen“ vermutet, die diesen Zusammenbruch zum Anlaß nahmen, ihr Sklavenjoch abzuwerfen. Möglicherweise gaben sie den schon geschwächten Stadtstaaten damit den Rest.

Sie zogen in die Berge Kanaans, da die fruchtbaren Täler von den militärisch überlegenen Seevölkern besetzt waren, die selbst Städte ausbildeten. In den Bergen nahmen sie eine agrarische und betont einfache Lebensweise ein, manche Forscher sprechen von "egalitär". Zum einen war das den Möglichkeiten geschuldet, die die nicht übermäßig fruchtbare Bergregion bot. Aber auch die identitätsstiftende Abgrenzung zu den herrschenden Schichten in den untergegangenen monarchischen Stadtstaaten, denen sie gerade entkommen waren, spielte eine entscheidende Rolle. 

Das Fehlen jeglicher repräsentativer Bauten und Befestigungen in den neugebildeten Siedlungen in den Bergen Kanaans deutet deutlich darauf hin. Das sogenannte "Israelitenhaus", eine einfache Hütte, wurde in den Bergen überall verwendet - aber sonst nirgends.
Die verblüffenden Ähnlichkeiten der in den kanaanitischen Bergen aufgefundenen höchst einfach und schlicht gehaltenen Keramiken mit den in den zerstörten Stadtstaaten gefundenen Artefakten festigen dieses Bild.
Und der sprunghafte Anstieg der Ortschaften und Bevölkerungszahlen in den kanaanitischen Bergen ab 1300 v. Chr. weist auf starke Migration hin. Auf natürlichem Wege hätte die Bevölkerungszahl niemals derart explodieren können.

Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung im kanaanitischen Bergland
Edit 23.12.2014:
Ergebnisse jahrelanger akribischster Auswertung von keramischen 
Funden in den kanaanitischen Bergen durch Prof. Israel Finkelstein

Möglicherweise ist hier aus einer Art Freiheitskampf heraus die Wurzel eines neuen Volkes entstanden. Im Gegensatz zu den Überresten anderer Tiere wurden keine Schweineknochen gefunden: es gab also bereits identitätsstiftende Speisevorschriften. Und Identitätsstiftung als Abgrenzung zu den untergegangenen kanaanitischen Stadtstaaten ist ein entscheidender Faktor, der den Forschern immer wieder begegnet.

Für diese These der entflohenen Unterschicht mit dem identitätsstiftenden Willen zur Freiheit spricht auch die etymologische Herkunft des Begriffs "Hebräer". Nicht wenige Forscher vermuten aufgrund der Konsonantenwurzel HBR als Quellwort das akkadische "apiru" oder das altägyptische "'pr(w)", wenn auch kaum jemand eine direkte Ableitung vermutet. Mit diesen beiden Worten wurden in einigen Bronzezeit-Texten aus Kanaan, Ugarit und Ägypten Menschen bezeichnet, die außerhalb der Gesellschaft standen. Die Begriffe waren abwertend gemeint, und die Bezeichneten betätigten sich als Söldner, Tagelöhner oder sogar Banditen: die klassische antike "Unterschicht".

Zwischenfazit


Die ersten Israeliten entpuppen sich also als ursprüngliche Kanaaniter. Und ihre Selbstorganisation als neue Volksgruppe war nicht die Ursache des Zusammenbruchs der kanaanitischen Stadtstaaten: sondern die Folge.

Interessante Nebenerkenntnis:
bekanntlich wurden die Israeliten vor der Errichtung eines dynastischen Königshauses durch David von den charismatischen Richtern geführt. Wenn es nötig war -zb bei Kriegen- ernannte man einen Anführer, eine Art "König auf Zeit". Einer davon war der erste König Saul, der aber am Ende scheiterte.
Auch das wäre ein wichtiger Punkt, sich identitätsstiftend von den überwundenen Feudalsystemen abzugrenzen. Die egalitäre und betont schlichte Lebensweise, die alles Prunkvolle ablehnte, ein gewählter (!) Anführer auf Zeit, und der starke Freiheitswille führen zu einer Frage:
Was, wenn nicht die Griechen die Demokratie erfunden haben - sondern die Israeliten?

Der "bunte Haufen"


Die Bibel beschreibt die Israeliten unter Josuas Führung kurz gesagt als „bunten Haufen“. Und mit letzterem hat sie Recht. Denn das neue kanaanitische Bergvolk wuchs nicht nur durch Migration von Flüchtlingen aus den untergehenden kanaanitischen Stadtstaaten. Weitere Gruppen kamen hinzu. Zwei davon waren wahrscheinlich entscheidend. 

Zunächst wird angenommen, daß es tatsächlich aus Ägypten entflohene Zwangsarbeiter gab, die sich dem neuen Volk in den Bergen Kanaans anschlossen. Wenn es sich auch hier nicht um das eigentliche Volk der Israeliten als Gesamtheit handelte, und auch keiner davon wirklich „Moses“ hieß. Der wohl wie Noah auch nur eine assimilierte Legende ist: schließlich gibt es das Motiv des geretteten "Heldenkindes" schon in der altägyptischen und akkadischen Mythologie. Unter anderem.
Es handelte es sich vielleicht um zuvor aus Kanaan verschleppte Leibeigene oder Kriegsverlierer. Vielleicht waren auch entflohene Zwangsarbeiter aus anderen Ländern dabei: altägyptische Stelen berichten immer wieder über Kriege gegen die Nachbarn, z.B. gegen Libyen oder die Nubier. 
Für diese entflohenen Sklaven hatte man bei der gerade entstehenden neuen Volksgruppe aufgrund der eigenen Vergangenheit sicher offene Ohren und Arme. Sie brachten die Geschichten aus dem Reich der Pharaonen mit, die schließlich in der Bibel ihren Niederschlag fanden. 

Aber der wichtigste Einfluß kam wohl von einem im heutigen Sprachgebrauch erstaunlicherweise eher unbekannten Nomadenvolk: den „Schasu“ aus dem „Jahu“-Land.

Die Schasu-Nomaden


Die Schasu waren ein nomadisches Hirtenvolk, das sich wahrscheinlich im Norden und Westen der arabischen Halbinsel sowie im südlichen Kanaan herumtrieb. Im Norden reichte ihr Gebiet an das südliche Kanaan heran, und damit direkt an das sich gerade neu bildende Volk der Israeliten. Im Nordwesten kamen sie über den Sinai bis nach Ägypten, im Süden zogen sie am westlichen Rand der arabischen Halbinsel am Roten Meer entlang.
Das Stammesgebiet der Schasu hat nach dieser Deutung weitgehende Überschneidungen mit dem biblischen "Midian". 

Teilweise trieben die Schasu Handel mit den Ägyptern, teilweise gab es bewaffnete Auseinandersetzungen. Als Quellen dafür dienen mehrfache Erwähnungen der Schasu in ägyptischen Berichten und auf Siegesstelen. Unter anderem ist von einer Gefangennahme und Verschleppung von über 15.000 Schasu die Rede. Vermutlich sollten sie Zwangsarbeit leisten.

Jedenfalls wird der Name des Landes, aus dem die Schasu stammten, in ägyptischen Quellen mit „YHW“ angegeben, was auf hebräisch aufgrund der Vokalisierungsregeln wahrscheinlich „Jahu“ ausgesprochen wurde. Hochinteressant in dem Zusammenhang: in Ägypten war es üblich, die Herkunftsländer der Feinde nach den Namen ihrer Götter zu benennen!

Eine verblüffende Ähnlichkeit zum hebräischen Gottesnamen „YHWH“, der wahrscheinlich „Jahwe“ ausgesprochen wurde. 
Die Heiligung des Gottesnamens in der jüdischen Glaubenspraxis führte dazu, daß er nicht mehr ausgesprochen werden durfte – was für viele Unkundige den „Jehova“-Sketch" bei Monty Python’s „Leben des Brian“ erklären dürfte. Und so ist bis heute aufgrund dieser Tabuisierung schlicht vergessen worden, wie „YHWH“ korrekt ausgesprochen wird. 

Die Frage lautet also: „YHW“ = „YHWH“ ?

Was diese Deutung ein wenig wackeln läßt: andere ägyptische Quellen bezeichnen auch Völker im Norden des heutigen Israel bis ins heutige Syrien hinein als „Schasu“. Aber das muß kein Gegensatz sein: schließlich waren sie Nomaden (s. u.).

Der Vulkangott


Zurück zu „Midian“. Die Art, wie sich Gott im Alten Testament gegenüber seinem Volk darstellt, klingt beispielsweise wie folgt:
"Und es geschah am dritten Tag, als es Morgen wurde, da brachen Donner und Blitze los, und eine schwere Wolke lagerte auf dem Berg, und ein sehr starker Hörnerschall ertönte, sodass das ganze Volk, das im Lager war, bebte. Mose aber führte das Volk aus dem Lager hinaus, Gott entgegen, und sie stellten sich am Fuß des Berges auf. Und der ganze Berg rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabkam. Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg erbebte heftig." (Exodus 19:16-18)
Gott zeigt sich beim Auszug aus Ägypten als Reisegott seines faktisch nomadischen Volkes: er zieht mit seinem Volk mit, statt einen festen Sitz zu haben. Den baute ihm erst König Salomon einige Jahrhunderte später, mit dem ersten Tempel. Und wie liest sich das in der Bibel?
"Gott aber zog vor ihnen her: Bei Tag als Wolkensäule und bei Nacht als Feuersäule, um sie zu führen." (Exodus 13:21).
Wer sieht in diesen beiden Zitaten etwas anderes als einen Vulkanausbruch? Aber: Vulkane kommen im klassischen Handlungsgebiet des Alten Testaments – Ägypten, Sinai, Palästina- nicht vor. 

Das Land der Schasu aber, der Norden und Westen der arabischen Halbinsel - das biblische „Midian“-  ist vulkanisches Gebiet. Auch, wenn man Saudi-Arabien gemeinhin nicht mit Vulkanausbrüchen assoziiert. Derzeit gibt es aber in Saudi-Arabien neun Vulkanfelder, und einige sind sogar aktiv. Zuletzt drohte 2009 der Harat Lunayyir auszubrechen – 30.000 Menschen mußten aufgrund von Katastrophenwarnungen evakuiert werden. 
Einer der weltweit führenden Vulkanologen, Prof. Hans-Ulrich Schmincke, hält einen früheren Vulkanausbruch des Harat Lunayyir für die Zeit um 1300 v. Chr. zumindest für wahrscheinlich. 

Daß Gotteserscheinungen als Naturgewalten daherkommen, speziell als Vulkanausbrüche, ist nicht ungewöhnlich. 
Weltweit wurden oder werden Vulkane als Gottheiten verehrt, wie in Süd-Amerika, Bali oder in Japan.  Das wäre auch eine Erklärung für den „brennenden Dornbusch“, das Erscheinungsbild Jahwes gegenüber Moses, auch bekannt als Moses' "Sendungserlebnis". Welches übrigens lt. Bibel im Land Midian (!) stattfand. 


"Jahu" wird zu "Jahwe"


Der Glaube an den Schasu-Gott „Jahu“ erreichte die frühen Israeliten möglicherweise auf zwei Wegen:
zum einen durch die Schasu-Nomaden selbst, die im Norden an das Gebiet der Israeliten heranreichten. Vielleicht gab es Handel, oder auch kleinere Streitigkeiten und Scharmützel. Sie könnten das Israelitengebiet auf dem Weg ins heutige Syrien auch direkt durchzogen haben, weil in den Bergen Kanaans von den Israeliten weitaus weniger Widerstand zu erwarten war als von den militärisch weit überlegenen Philistern in der Ebene. Damit wäre auch das Auftreten der Schasu im heutigen Syrien (s. o.) in die Hypothese integriert.

Zum anderen waren wohl ursprüngliche Schasu bei den Flüchtlingen dabei, die ägyptischer Zwangsarbeit entkamen und sich den Israeliten anschlossen. Diese Gruppe könnte auch auf dem Weg nach Kanaan "Midian" durchquert haben, und den Glauben an "Jahu" angenommen haben.
Wie auch immer: möglicherweise kamen die Flüchtlinge bereits als geschlossen gläubige "Jahu"-Jünger bei den Israeliten an. Und sie waren, wohl ideologisch führend, so daß die ehemaligen Kanaaniter sich dem Glauben an "Jahu" anschlossen. Schließlich hatten auch sie eine Vergangenheit in Sklaverei hinter sich: identitätsstiftende Gemeinsamkeiten.

Seit etwa 100 Jahren gibt es bereits die Hypothese, daß der Glaube an den Wetter- und Vulkangott „YHWH“ seinen Ursprung auf der arabischen Halbinsel hat. Mehrere Forscher in den Jahrzehnten danach haben diese These erhärtet. Breit bekannt ist die These trotzdem nicht.

Identität


Wie bereits mehrfach erwähnt: wichtig war den Israeliten vor allem die identitätsstiftende Abgrenzung zu den Feudalgesellschaften, die die verschiedenen Gruppen des neuen Volkes bislang geknechtet hatten: die kanaanitischen Stadtstaaten und die Ägypter. Identität entsteht auch dadurch, daß man definiert, wer man NICHT ist. Was liegt da näher, als aus den Ägyptern und den Kanaanitern den bösen Feind zu machen? Per entsprechenden identitätsstiftenden Legenden?

  • Es fallen die grausamsten Plagen in Ägypten ein, bis hin zum Tod der Erstgeborenen (Kindermord durch Gott selbst!).
  • Die ägyptische Armee ertrinkt durch Gottes Wille mit Mann und Maus im Roten Meer.
  • Die kanaanitischen Stadtstaaten werden durch Josua (angeblich) gründlichst zerstört, kein Stein wird auf dem anderen gelassen. Sogar Frauen und Kinder werden grausamst ermordet.
  • Die Pinehas-Geschichte zeigt eine ausgeprägte gottgesteuerte Xenophobie Außenstehenden gegenüber. „Jahwe“ zürnt, weil sich die Israeliten mit  Fremden abgeben, und belegt zur Strafe die Nutztiere seines Volkes mit einer Seuche.  Als der Jahwe-Eiferer Pinehas (oder auch: "Pinchas") einen Israeliten beim Sex mit einer Fremden erwischt und sie beide „in flagranti“ mit dem Speer durchbohrt, ist Jahwe versöhnt, und die Seuche ist schlagartig weg.
  • Oftmals erzählt die Bibel auch vom Kampf gegen den Glauben an die syrisch-kanaanitische Gottheit "Baal", der sich wohl auch unter manchen Israeliten ziemlich hartnäckig hielt. Das ging so weit, daß von Seiten der Jahwe-treuen Führung dem Baal-Kult angebliche Kindesopfer untergeschoben wurden, um ihn den Israeliten madig zu machen und die religiösen Reihen zu schließen. 

Die Bibel ist voll von diesen Geschichten: damit schneidet man jegliche Verbindung zu den verhaßten Ausbeutern ab, und schafft eine neue Identität. 

Herr NetanYHW


Das klingt alles sehr weit hergeholt. Gesichert ist wenig, und bewiesen nichts. Aber es ist in sich schlüssig und archäologisch naheliegend.

So ist das, Herr Netanjahu: Ihr Glaube – wenn Sie denn gläubig sind- stammt möglicherweise aus Arabien. Und wissen Sie, wo sich dieser Harat Lunayyir -Vulkan befindet, der der Ursprung des Glaubens an „YHWH“ sein könnte?

Bei MEDINA. Wenn sich da nicht mal ein Kreis schließt. 

So long

Der Falke






Dienstag, 2. Dezember 2014

PI hat auch mal recht!

Ja wirklich!


Ja Servus,

hätten wir uns ja nie träumen lassen, diesen Satz einfach so zu sagen:

PI hat (mal) recht!

Ja, ist wirklich so. In einem Pseudoartikel des Drecksblogs "pi-news.net" über eine Rede des PVV-Vorsitzenden Geert Wilders auf dem Parteikongress des französischen Front National versteigt sich der "Autor" zu der Aussage:

"Marine Le Pen und Geert Wilders – es scheint immer mehr, als wächst da zusammen, was zusammen gehört!"

Also, Freunde: DAS unterschreiben wir SOFORT!


Marine Le Pen und Geert Wilders:
der feuchte Traum deutscher Islam- und Ausländerfeinde. 
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So long


Der Falke



Donnerstag, 27. November 2014

Jetzt dreht er völlig ab


Der erwiesene Rassist Mannheimer im Genozid-Wahn


Ja Servus,

der allseits bekannte und beliebte "Journalist" und "Islamkenner" "Michael Mannheimer" (bürgerlich: Karl-Michael Merkle) ist neben seiner inzwischen hinlänglich bekannten pseudochristlichen Kreuzritter- Orientierung ein doch eher platter Rassist.

Wenn sich Flüchtlinge in seeuntüchtige Boote werfen, weil sie aufgrund der politischen oder wirtschaftlichen Verhältnisse glauben, ihre Heimat verlassen zu müssen,
- wenn sie dafür jahrelang sparen oder auch kriminell werden, um Schleuser bezahlen zu können,
- wenn sie dabei Gefahr laufen, einfach irgendwo erschossen, erstochen und verscharrt zu werden, weil die Herren Schleuser nur die Kohle sehen,
- oder wenn sie dabei Gefahr laufen, einfach im Mittelmeer zu ertrinken,


dann glaubt Herr Merkle-Mannheimer-"von-Bouillon", diese Flüchtlinge täten das nur, um die "weiße Rasse" in Europa genetisch zu versauen.

Und außerdem steckt ja auch ein Masterplan dahinter, ohne den scheint es letztens bei Deutschlands durchgeknallten Neuen Rechten wohl überhaupt nicht mehr zu gehen. Denn nicht nur die Genetik ist das Kalkül dieser teuflischen Einwanderer, nein, es werden uns aus den nordafrikanischen Staaten auch nur die psychisch Kranken und Kriminellen, oder, wie der von Herrn Merkle-Mannheimer-"von-Bouillon" zitierte "Experte" (wer soll das eigentlich sein?!?) sich auszudrücken beliebt, "...der Abschaum dieser Länder..." geschickt.

GESCHICKT!

Hier die Screenshots vom entsprechenden Artikel, sonst glaubt uns das ja wieder keiner:

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Rechtschreibfehler im Original


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Rechtschreibfehler im Original

Damit scheint es wohl doch so zu sein, daß "Mannheimer" der "intellektuelle Vorturner" des Drecksblogs "pi-news" ist. Denn auch dort häufen sich in letzter Zeit die Formulierungen, wonach Einwanderung nach Europa nichts anderes sein soll als ein "Genozid an der weißen Rasse". Wo ist denn da noch die so in den Vordergrund gestellte "Islamkritik"?

Was dem Artikelersatz (auf Verlinkung wird bewußt verzichtet) dann noch die Krone aufsetzt, ist ein eingebettetes Video einer Rede des britischen Europaabgeordneten Nick Griffin. Der darin genau den gleichen menschenverachtenden Unsinn verzapft.

Soll wohl was sein: Bestätigung der eigenen Irrwege, weil einer MdEP ist.
Hat uns ja diebisch gefreut, daß ausgerechnet diese Griffin-Rede verlinkt wurde. Merkle-Mannheimer-"von-Bouillon" scheint entweder nicht  zu wissen, wer das ist - oder aber er weiß es doch, und verlinkt bewußt! Was schlimmer ist, kann sich der geneigte Leser aussuchen.


Bild: Nick Griffin, ein Prachtexemplar der weißen Rasse
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Bildquelle: bbc news uk politics


Denn: Nick Griffin ist zwar ein Mitglied des Europäischen Parlaments, aber was für eines!
Er ist ein britischer Rechtsextremist, privat insolvent, mit einer rechtskräftigen Verurteilung wg. "Aufstachelung zum Rassenhass" in der Akte. Also ein ERWIESENER RASSIST!
Er bezeichnete Schwarze als "Sklavenmischlinge", verteidigte gemeinsame Auftritte mit führenden Vertretern des Ku-Klux-Klan, leugnete selbst den Holocaust und benannte bei seinem Verfahren den französischen Holocaustleugner Robert Faurisson als "Entlastungszeugen".

Achja, und seine eigene Partei, die von der dailymail als "rechtsextrem" bezeichnete BNP ("British National Party") hat ihn vor kurzem gefeuert. Gefeuert, obwohl er Parteivorsitzender war. Weil er unberechenbar ("erratic") und zerstörerisch ("disruptive") sei. Und er soll Parteimitglieder belästigt ("harassed") haben.

Und schließlich verlinkt Herr Merkle-Mannheimer-"von-Bouillon" auch noch den erwiesen rechtsextremen Reichsdeppen, Verschwörungstheoretiker, Judenfeind und Esoterikspinner Ernst Köwing ("Honigmann").
Und auch hier sagt die Verlinkung alles:
Na, Herr Mannheimer-Merkle-"von-Bouillon", haben Sie auch das nicht gewußt? Oder haben Sie das bewußt verlinkt?!? Uns eigentlich wurscht, denn es kommt aufs Gleiche raus!



Auch das noch: der "Honigmann"
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Rechtschreibfehler im Original

Wie verträgt sich eigentlich die Judenfeindlichkeit der BNP, des Nick Griffin und des "Honigmanns" mit der plakativen "Israelfreundlichkeit" von pi-news und Ihnen selbst? Hä?!?

Was bleibt:

Sei es "Ethnopluralismus", sei es "Islamkritik", sei es "Rechtskonservativismus" (so schätzen sich PI-Leser und Autoren meist selbst ein), sei es "Nationalismus", sei es "Neue Rechte", sei es "Asyldiskussion" oder  "Überfremdung": am Ende steht immer der plattest mögliche Rassismus. Vielen Dank, Herr Mannheimer-Merkle-"von-Bouillon", für diesen -erneuten!- Beweis.

Die ganzen Pseudointellektuellen wie Kubitschek oder Menzel, die für "PI" schreiben, die "Islamkritik"-Stars wie Broder oder Giordano, oder der "Nationalkonservative" Dieter Stein von der JF, der Anzeigen auf pi-news schaltet -

solange sie sich von diesem rassistischen Dreck nicht distanzieren, nehmen wir ihnen keine einzige politische Aussage mehr ab. Und werfen sie mit in den Topf, aus dem sie essen!

Das Bild vervollkommnet sich.

So long

Der Falke






Edit 12.12.2014: Herr Giordano, von dem wir abgesehen von seiner Haltung dem Islam gegenüber sehr viel hielten, ist bedauerlicherweise verstorben. Zuletzt bekam er leider Beifall von der völlig falschen Seite.

Dank: Dieser Artikel verwendet Informationen von psiram.com

Donnerstag, 20. November 2014

Herres Herrenrasse - Des Rassismus dritter Teil


Hilfe, in den USA gibt's Schwarze!


Ja Servus, 

freut uns ja, wenn sich einer dermaßen entlarvt. Nach dem Ding hier, dem wahrlich nicht ersten verbalen Übergriff gegen alle, die nicht "weiß" sind, kann nun wirklich keiner mehr behaupten, das Drecksblog "Pi-news.net" wäre ein ernsthaftes Organ der politischen Auseinandersetzung. Besorgte Bürger, die "Islamaufklärung" betreiben. Ha Ha.

Da erscheint zum wiederholten Mal ein "Artikel", in dem sich "PI" (Artikel ist nicht gekennzeichnet, also hat es "die Redaktion" verbrochen) Sorgen macht, daß es in den USA irgendwann mehr Schwarze als Weiße geben könnte. 
Ja klar, ich weiß, das hatten wir schon. Ist ja hier verlinkt. 

Aber die Aussage in dem auch noch total häßlichen und völlig dümmlichen Cartoon setzt dem ganzen noch die Krone auf. Wir können den Scheiß nicht abschreiben, daher hier ein Screenshot: Glaubt uns ja sonst sowieso keiner. Hervorhebungen in Rot und Unkenntlichmachungen von uns. 



Bei Klick Originalgröße. Vorsicht, Kotzgefahr.


Was will uns das alles sagen? Daß "Multikulti" Völkermord an "den Weißen" ist? Geht's noch? Von der Verharmlosung des Begriffes Völkermord mal ganz abgesehen:

 

das ist Rassismus reinsten Wassers. 


Nicht mehr durch die Hintertür, sondern durch die Vordertür. Das ist "White Aryan Resistance", das ist Ku-Klux-Klan, das ist Kairos, das ist "As der Schwerter", das ist "14 words", das sind die ganzen Bekloppten, mit denen sich zb Mo Asumang in ihrem demaskierenden Dokumentarfilm "Die Arier" herumschlagen muß. Die bei gemischtrassigen Ehen von "Gene-Hijacking" ("Gen-Entführung") faseln, wie Tom Metzger. Das also ist PI heute.

Aber so haarsträubend das auch ist: ändern wird das auch nichts. Dazu sind diese Gedanken viel zu sehr in der Mitte der Gesellschaft verankert.  PI wird weiterhin frequentiert werden.

Aber die PI-Macher, egal, wer sich heute dahinter versteckt (Blog "...an Unbekannte abgeben...", is klar, Herr Herre), sind eben doch "glasharte Rassisten". Wie vor Jahren schon der PI-Aussteiger Jens von Wichtingen klarstellte. 

Wir halten von Herrn Wichtingen nicht so viel. Aber hoffentlich glaubt man dem diese Aussage endlich mal.

So long






Der Falke

Dienstag, 11. November 2014

"Politically Incorrect" jetzt offiziell rechtsextrem

Ja Servus, 

Schnellschuß, weil gerade mitgekriegt: Politically Incorrect ("Pi-news.net") ist jetzt offiziell rechtsextrem. Weil man a) einen NPD-Slogan 1:1 übernimmt, und b) eine Anzeige für die am 15.11.2014 geplante Hooligan-"Demo" in Hannover schaltet. 

Doch, stimmt wirklich, Hier der Screenshot:



Klick: Originalgröße
Hervorhebungen und Timestamp von uns

Zur Erinnerung: Das NPD-Wahlplakat mit - oh Zufall!- dem gleichen Spruch:


Klick: Originalgröße

Die Zeit der Ausreden ist vorbei.

So long


Der Falke

Montag, 10. November 2014

5 Jahre - Robert Enke

Ja Servus,

heute lassen wir mal die Grafiken sprechen. Exemplarisch, was "rp-Online" da mal schrieb:

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So ist es leider noch immer. Denn gerade HEUTE kommt n-tv.de mit dem Ding hier:

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Dabei hatte auch n-tv.de mal die andere Welle geritten:



Klick: Originalgröße


Wir finden das, gelinde (!) gesagt, BILD-like. Und das hätten wir dann zuallererst FOCUS Online zugetraut.

Bemerkung am Rande:
Im Artikel wird die Aussage relativiert. Aber die Schlagzeile steht da trotzdem.
Auf n-tv.de ist sonst übrigens keinerlei Erinnerung als den Tod Robert Enkes vor 5 Jahren zu lesen. Dann ist man da wenigstens konsequent.

So long






Der Falke


Montag, 27. Oktober 2014

Der "IS" und der Islam - eine Klarstellung!


Der "IS" : ein Kind des Westens



Wir halten uns gern mit Vergleichen zurück. Meist verharmlosen Sie Schlimmeres. Aber: 
der "IS" ist vom Islam ähnlich weit weg wie die Hexenverbrennung von der Bergpredigt. Das "I" an sich ist nach islamischem Recht Gotteslästerung. 

Radikalisierung


Zum Stichwort "IS" ein Denkanstoß: Es geht immer um Radikalisierung und die Gründe dafür. Die Ursachen für Radikalisierung sind immer die gleichen, egal, ob islamistischer Extremismus in Nordafrika, in französischen Banlieues oder in Hamburger Moscheen, oder Rechtsextremismus in Zwickau oder der Dortmunder Nordstadt: Perspektivlosigkeit und Mangel an sozialer Zugehörigkeit. Wer in der Schule aufgepaßt hat, weiß, daß Letzteres ein menschliches Grundbedürfnis wie Essen und Trinken ist. 
Sven Lau, Pierre Vogel oder auch die überlebenden Attentäter von London und Madrid haben alle etwas gemeinsam: Sie sind NICHT im Islam aufgewachsen! Sie sind Konvertiten, oder aber sie waren nur "Papier"-Muslime, die ihren Glauben nicht lebten. Leere Köpfe, oft Kleinkriminelle, die ziellos durchs Leben eiern: DA greifen die Hassprediger und füllen die Leere im Kopf, sowie das menschliche Grundbedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit. Sie geben ihnen etwas, was sie bislang nicht hatten: einen SINN! 
Diese Radikalisierungsprozesse funktionieren übrigens bei Rechtsradikalismus absolut genauso. 

Erste und Dritte Welt


Die Radikalisierung des politischen Islam, dessen schlimmster und menschenverachtender Auswuchs "IS" jetzt so "zivilisationszerstörend" ist, hat EINE seiner wichtigsten Ursachen eben in unserer ZIVILISATION! 
So paradox das klingen mag: WIR waren es! 

Die "Erste Welt", nämlich wir, lebt weitgehend auf Kosten der Dritten Welt. Die Wirtschaftstrutzburg EU subventioniert Agrarprodukte auf dem Weltmarkt, was dazu führt, daß ganze Kontinente ihre Agrarprodukte nicht mehr absetzen können. Wachsende Verschuldung ganzer Volkswirtschaften, aber auch bis hinunter zu kleinen Bauern sind die Folge. Seit Jahren nehmen sich Bauern in Ländern wie Indien das Leben, weil sie keinen Ausweg mehr sehen.
Die dritte Welt fertigt für Hungerlöhne. Entweder, wir zahlen fürs TShirt nur 4 Euro, oder wir zahlen Mondpreise für IPhones, und die Differenz heißt dann "Wertschöpfung". Das Unglück der Näherinnen in Bangladesch ist wohl schon vergessen, und man sollte sich nicht unbedingt besser fühlen wenn man nicht bei KIK kauft. Die Selbstmordserie bei Foxconn interessiert uns auch nicht mehr, selbst dann nicht, wenn das über Jahre so geht. Also die erste internationale Empörung wirkungslos verpufft ist. 

Aber Hauptsache, unsere Lebensmittelpreise sind so tief wie nie zuvor, Geiz ist ja geil! Dazu noch haben die EU (also: WIR!) und die USA die autokratischen Potentaten in Nordafrika und im Nahen Osten gestützt. Hauptsache, wir kriegen das Öl und die Strände, das Auto klingt ja so "sahnig", wenn man Gas gibt. Und ein Flug mit steuerbegünstigtem (!!) Kerosin ans badewasserwarme Rote Meer ist doch sooo toll! 
Was mit der Bevölkerung in diesen Ländern geschah, war uns doch in den 60er, 70er und 80er Jahren völlig wurscht! Die sunnitischen Muslimbruderschaften wurden in Ägypten brutal unterdrückt, damit sie dem jeweiligen Potentaten nicht gefährlich werden konnten. Also blieb ihnen nur der Untergrund. Wer sich nun wundert, daß die immer radikaler wurden, ist herzlich naiv.
Aber Ursachen interessieren uns nicht. Und Folgen nur, wenn sie uns betreffen.  

Unsere Verlogenheit


Und ihre Unterdrücker hatten UNSERE Rückendeckung! Zur Not verkaufen wir ihnen halt noch die dazu notwendigen WAFFEN (wir sind ja schlau!). Und heute pochen wir angesichts der Hinrichtung der jungen Frau im Iran oder der irrsinnig strengen Auslegung der Scharia in Saudi-Arabien auf die Menschenrechte? Was für eine Verlogenheit!
Als der Schah an der Macht war, haben wir uns für seine Ehefrauen und deren Schwangerschaften interessiert, nicht aber für die Ermordeten, Verschwundenen und Folteropfer, die eine Brutstätte des radikalen SCHIITISCHEN Islam wurden. Der HEUTE da an der Macht ist! Durch wen? Durch UNS! Weil Mossadegh aus dem Amt geschossen wurde, wir Soraya so toll fanden, und mit iranischem Öl in den Urlaub fliegen! Jaja - es gibt kaum noch iranische Ölexporte in die EU - aber die Chinesen nehmen das iranische Öl umso lieber. Dann liegt es halt in Form von chinesischem Plastik unter unserem Weihachtsbaum.

Gleiches gilt für die Wahhabiten in Saudi-Arabien. Wir wollen ihr Öl, also akzeptieren wir, daß sie eine der Finanzierungsquellen des internationalen sunnitisch-islamistischen Terrorismus sind, und daß sie den Koran fundamentalistisch auslegen. 
Ich sags einfach nochmal: WIR AKZEPTIEREN das, das heißt, wir fördern den Terrorismus indirekt SELBST!
Oder geht irgendein Islamhasser mal einen Weg zu Fuß, um den Saudis das Wasser bzw. das Öl abzugraben?? Nein - FREIE FAHRT FÜR FREIE BÜRGER heißt es dann! Daß im Iran, im Irak und in Arabien AUCH Bürger leben, und das unter der Scharia, und die haben alles andere als "Freie Fahrt": das ist uns DANN wieder wurscht! Oder macht irgendjemand, der ein IPhone hat, den Mund auf angesichts der Oppositionsunterdrückung und Todesurteile in China? Nein, weil die Olympischen Spiele in Peking ja vorbei sind, und damit ist China aus dem Focus! Hängt noch irgendwo eine Fahne von Nepal?

Die religiösen Gefühle und die terroristische Perspektive


Und schließlich spielt auch Demütigung eine Rolle: viele Muslime empfinden so, weil an ihren heiligen Stätten US-Truppen stationiert sind. Können Christen ja nicht nachempfinden: oder sind etwa sunnitische Eliteeinheiten in Rom oder Wittenberg stationiert?

Terrorismus ist auch eine Frage der Perspektive: wenn hier im Stundentakt Jumbos voller dicklicher Asiaten landen würden, die nur hier sind, um für 20 Euro Sex mit unseren Töchtern haben zu können: welcher ehrbare Familienvater würde da nicht den Sprengstoffgürtel umschnallen und so ein Flugzeug per Selbstmordattentat abstürzen lassen? 
Die neuen deutschen Islamhasser, die islamistischen Terrorismus direkt mit dem Islam verbinden, nach Lesart des Falken also auch "Radikale" sind (schließlich legen sie den Koran genauso aus wie die Taliban oder der IS!), wären doch die ersten, die zum bewaffneten Widerstand aufrufen würden! Oder etwa nicht?!?

Sowas können wir uns ja in unserer "Zivilisation" nicht vorstellen. Die Autoscheiben werden immer dicker, um uns vom Verkehr abzukoppeln. DIE haben Angst, daß sie ihre Kinder nicht ernähren können, und WIR haben Angst, daß unser Deo versagt oder daß der neue 3D-LED-SMART-TV bei Media Markt vergriffen ist. DAS ist der Unterschied.
Aber die Welt wird immer transparenter - und trotzdem kriegen wir nicht mit, was woanders passiert. Erst dann, wenn die Leute bei uns an die Tür klopfen. Ob mit einer Faust, oder mit einer Bombe. 

Die Chance für den Islam


Eigentlich ist das menschenverachtende Gebaren des IS eine Chance für den Islam: selbst die schlichteren Gemüter müßten nun in der Lage sein, zwischen dem Glauben und dem Handeln dieser Barbaren zu unterscheiden. Schließlich gibt es über eineinhalb Milliarden Muslime auf der Welt, von denen ca. 99% friedlich sind - jedenfalls nicht kriegerischer als eine durchschnittliche deutsche Stammtischparole! 
Statt dessen kehrt sich der Trend gerade um: selbst eigentlich helle Köpfe fangen an, die Untaten des IS mit dem Koran zu verbinden. Da faß ich mir echt an den Kopf! Nennt irgendjemand einen gläubigen Christen einen potentiellen Sexualstraftäter angesichts tausender Fälle von Kindesmißbrauch durch Geistliche? Natürlich nicht! Aber der Moslem ist ein potentieller Terrorist?

Koran und Bibel


Achja: im Koran stehen ja diese ganzen Passagen, wonach man Ungläubige töten soll! Na und? Die stehen in der Bibel ganz genauso, da hat Mohammed sie ja her! 
Der Gott des Alten Testaments ist ein fremdenfeindlicher, rassistischer, eifersüchtiger, grausamer, launischer Stammes- und Rachegott, dessen Ursprünge als nomadischer Wetter- und Vulkangott in Arabien (!!) liegen.

Dagegen wirken die Tötungsaufrufe im Koran geradezu wie Kinderlieder, man lese einfach mal die Gewaltorgien im Buch Josua, um nur ein Beispiel zu nennen. Wenn irgendeine jüdische oder christliche Extremistenorganisation, zum Beispiel die Mörder von Rabin oder amerikanische Abtreibungsgegner, sich auf das Buch Josua oder auf den Enkel des Aaron, Pinehas, berufen würde, und sämtliche Ausländer in Tel Aviv mit Schwerten und Speeren töten oder Abtreibungsärzte in den USA erschießen würden:
wären dann "die Juden" oder "die Christen" in ihrer Gesamtheit potentielle Mörder und Terroristen? Nein. Aber der Moslem ist ein Terrorist, weil er an ein Buch glaubt, in dem sowas steht?

Noch dazu ist im Koran mit "Ungläubiger", der zu töten ist, keinesfalls der Jude oder der Christ gemeint: denn das sind lt. Koran die BRUDERRELIGIONEN! Warum auch nicht: alle drei stammen zumindest mythologisch von Abram/Abraham/Ibrahim ab, dem MIGRANTEN aus dem IRAK, der seine EIGENE HALBSCHWESTER geheiratet hat (unerhört!).

Die Distanzierung und der deutsche Muslim


Und was soll diese Forderung, die deutschen Muslime müßten gegen die Taten des "IS" Laut geben? WER nimmt denn den durchschnittlichen deutschen Muslim ernst? Muslime in Deutschland sind eine MINDERHEIT, noch dazu oftmals optisch irgendwie erkennbar, weil doch meist mit dunkleren Augen, Haut und Haaren. Auf die haben wir noch nie gehört: warum gerade jetzt? 
Bei gleicher Qualifikation muß ein deutscher Muslim achtmal mehr Bewerbungen (!!) schreiben, um einen Job zu kriegen. Und da wundern wir uns, wenn die wegschauen?

Ganz abgesehen davon: wenn UNS nicht interessiert, wie es der Bevölkerung in anderen Staaten geht, sobald wir Milch kaufen oder den Motor anwerfen: warum sollte es ausgerechnet muslimische Migranten interessieren? Wir FORDERN doch immer Integration: da machen es die Muslime mal genauso wie wir, und zeigen ein gepflegtes Desinteresse, und dann hauen wir es ihnen um die Ohren? Gehts noch? Die pure Doppelmoral! 

Ganz abgesehen davon haben sich beispielsweise die deutschen Verbände davon längst distanziert. Es hat nur mal wieder keiner gehört! Ich finde es empörend, daß sie sich dazu gezwungen sahen, das überhaupt tun zu müssen: was hat ein Ayman Mazyek, hier geboren und aufgewachsen, mit einem IS-Terroristen zu tun? Genau: gar nichts! Mich wundert das überhaupt nicht, daß das mit der "Distanzierung" so lange gedauert hat! 

"Was tun?"


Natürlich muß der IS gestoppt werden, das ist kurzfristig die einzig richtige TAKTIK. Da muß dazwischengehauen werden, daß sich die Haare locken, daß dem Radikalen der Kitt aus der Brille rieselt, und daß die so eine Angst bekommen, daß sie keinen Bock mehr haben und die AK weit weg werfen. 

Eine militärische Eindämmungsaktion die das KÖNNTE, macht aber keiner! Wo sind die Bodentruppen? Wo? Statt dessen werden wieder Drohnen geschickt, die Bomber starten und bombardieren "IS-Stellungen", mit der seit 1991 bekannten "chirurgischen Präzision", die es, wie wir heute wissen, niemals gegeben hat. 
Das sorgt wieder für unschuldige Opfer, die Eltern verlieren und im Hass auf den Westen aufwachsen. Was DERZEIT gegen den "IS" unternommen wird, STÄRKT ihn, sorgt für unbegrenzt Nachwuchs und verankert sein Denken und Handeln in der Bevölkerung. Durch halbherzige Militär- oder Polizeiaktionen kommt man den URSACHEN ideologischer Täter nicht bei. 

Das ist so alt wie die Kreuzigung: mit Druck hält man sie am Leben, und MACHT SIE NOCH STÄRKER! Wer islamistischen Terrorismus beschränken, einengen oder sogar beenden will, der muß sich um die soziale und wirtschaftliche Situation junger Menschen rund ums Mittelmeer kümmern! Das ist etwas LANGFRISTIGES, und deshalb heißt das auch STRATEGIE! Der muß Lebensverhältnisse angleichen, und das geht eben nur auf Kosten UNSERES Lebensstandards. 

Und genau das will keiner!

Sicherheitspolitik


Bildungs- und Entwicklungshilfepolitik ist SICHERHEITSPOLITIK! Das wollen wir aber gar nicht - sonst würde es ja jemand tun! Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß in politischen oder wirtschaftlichen Führungszirkeln das nicht bekannt ist. Daher kann nur ein höherer Sinn darin stecken, weltweit 80% der Bevölkerung als Geisel des Wohlstands zu halten und den Feind so zu pflegen, daß er zwar nicht wächst, aber auch nicht ausstirbt. 
Mit Feindbild und Angst läßt sich eine Gesellschaft viel leichter regieren: eine Erkenntnis vom alten Scipio Nasica Serapio, von vor über 2000 Jahren. 

Wir haben ja gut reden: kaum 70 Jahre nach Ende des schlimmsten Regimes der Geschichte laufen wir mit dem Oberlehrer-Zeigefinger durch die Welt, und predigen Demokratie, als hätten wir sie erfunden. 
Haben wir aber nicht: sie wurde uns mit Anlauf EINGETRICHTERT! Wir waren in Westeuropa mit die letzten, die eine Demokratie auf die Beine bekamen. Und die ist dann auch kläglich gescheitert, weil von rechts extremistische Gedanken in die Mitte sickerten. (?!?)
Wie wärs mit ein bißchen Demut? Hat eben nicht jedes Land einen Marshall-Plan bis zu Anschlag im Hintern stecken. Wenn sich nach dem 2. Weltkrieg nicht Herr Marshall, sondern Herr Morgenthau durchgesetzt hätte, dann wäre das IPad in der Hand vieler deutscher Islamhasser jetzt ein SPATEN! Und Strom gäbs nur abends zwischen 18 und 20 Uhr! Man muß ja früh genug schlafen, denn um 4 Uhr morgens muß man die Kühe melken. MIT DER HAND!
Zum nachgoogeln: der Morgenthau-Plan. 

Ursachen des "IS"


Der "IS" ist der Auswuchs der wirtschaftlichen Ausgrenzung, der mangelnden Bildung, der Wirtschaftspolitik des "zivilisierten" Westens und der Außenpolitik der USA der letzten 50 Jahre. Vom "Islam" eine "Aufklärung" zu verlangen, die wir selbst jahrhundertelang verhindert haben, ist so zynisch, wie einem Mann die Beine abzuhacken und sich dann über seinen Rollstuhl lustig zu machen. WIR haben den IS erst ermöglicht, und nun schicken wir die Kurden ins Feuer - übrigens mehrheitlich auch Muslime.

"Krieg ist der Terrorismus der Reichen gegen die Armen." 

Terrorismus ist der Krieg der Armen gegen die Reichen."


- Sir Peter Ustinov


So long


Der Falke


Sonntag, 1. September 2013

"Wir leben im Sozialismus"

WIE WEIT RECHTS steht man eigentlich, wenn man überall nur "Linke" sieht?!?


"Es ist erschreckend, wie schnell man vom Nationalkonservativismus zur Menschenverachtung kommt."


Ja Servus,

da fiel uns ja echt der Unterschnabel runter, als wir uns das im privaten Umfeld anhören mußten: in Deutschland würde man im Sozialismus leben. Aha!

Na danke, das hatten wir bislang noch gar nicht gewußt. Endlich wurden uns die Augen geöffnet. 

Stimmt, wir haben uns mal umgeschaut: 
  • die Aktiengesellschaften werden verstaatlicht, mithin auch die Produktionsmittel enteignet und in Staatsbesitz überführt, 
  • linksanarchistische Gruppen marodieren durchs Land und verüben politisch motivierte Anschläge auf Wirtschaftsführer und Produktionsstätten, 
  • Myriaden von Langzeitarbeitslosen und HartzIV-Aufstockern blockieren Autobahnen und Bahnschienen und fordern die permanente Revolution à la TROTZKI, 
  • Märkte und Aktienbörsen werden geschlossen und die Verteilung der Güter staatlicherseits organisiert, 
  • Bänker zerreißen ihre Millionenverträge und freuen sich auf ihre Beamtenbezüge,
  • BWL und VWL als Studienfach sind abgeschafft
  • wer Philosophie studiert, muß Marx auswendig lernen
  • Frau Merkel tritt der "Linken" bei
und so weiter und so fort. Sozialismus pur, wohin man schaut. Völlig richtig. 

Natürlich nicht!

Die Frage ist daher, wo das kürzlich verstorbene CDU-Mitglied Friedrich Wilhelm SIEBEKE den "Linkstrend" in der Gesellschaft gesehen hat, so daß er seine "Aktion Linkstrend stoppen" aus der Taufe hob. Man soll ja nichts schlechtes über Verstorbene sagen, auch nicht in der Politik. Aber so ganz klar kann er die Realitäten in diesem unseren Lande nicht mehr gesehen haben.


Wollte den "Linkstrend" der CDU stoppen: Friedrich-Wilhelm Siebeke (1922 - 2013)
Bildquelle: jungefreiheit.de (ja, genau die!)

Denn wenn es wirklich einen Linkstrend geben würde, dann
  • würden wir keine Diskussion über einen Mindestlohn führen, sondern hätten ihn längst
  • hätte der Aufschwung der Zeitarbeitsfirmen wohl kaum stattgefunden
  • hätte es keine derart massive Verlagerung der Arbeitsplätze weg vom Vollzeitjob hinein in den Niedriglohnsektor gegeben
  • würde niemand, der 8 Stunden täglich arbeitet, auch noch staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen, um auf einem gewissen Mindestniveau an der Gesellschaft teilhaben zu können
  • würde niemand, der 45 Jahre in die Rentenversicherung einzahlt, Sorge haben, daß seine Rente nicht reicht
  • würden wir keine Diskussion um die Ausbeutung von deutschen und ausländischen Arbeitskräften mit der Zweckentfremdung von Werkverträgen führen
  • würde wohl niemand freiwillig am hellichten Tag Flaschen aus Mülleimern in Fußgängerzonen klauben
  • wäre es wohl kaum möglich, sich bei einer Regierungspartei ein Gesetz zur Mehrwertsteuerermäßigung zu kaufen
  • wären die vielen Bundesgesetze, die Lasten des Bundeshaushalts auf Länder und Kommunen verschieben, wohl kaum erlassen worden
  • hätten alleinerziehende Frauen wohl kaum Probleme, ihre Kinder in eine qualifizierte Betreuung zu geben, so daß sie das Gemeinwohl durch ihre "Werktätigkeit" stärken können
  • hätten wir keine Zwei- und beginnende Drei-Klassen-Medizin
  • hätten wir kein Schulsystem, welches die Aufstiegsmöglichkeiten seit Jahren vom Bildungsniveau des Elternhauses abhängig macht
  • wären wir wohl nicht bei der Weltmeisterschaft im Rüstungsexport auf Platz 3 gelandet
  • wäre die Lage in der deutschen Alten- und Krankenpflege nicht so sehr vom persönlichen Engagement unterbezahlter und überlasteter Pflegekräfte abhängig
  • wären unsere Erzieher bzw Erzieherinnen in den Kindergärten und Tagesstätten nicht so gnadenlos unterbezahlt
  • wäre die Kommission, die die Medikamentenpreise festlegt, die die gesetzlichen Krankenkassen zahlen müssen, wohl kaum zu 51% von der Pharmaindustrie besetzt
  • und und und und und...

Soviel dazu. Da erschließt sich ja noch viel mehr von selbst. Man muß nur mal hinschauen. 
Und vielleicht auch einfach mal auf dem Weg zur Arbeit - vom Anwesen zur Anwaltskanzlei - einen Umweg fahren. Vielleicht mal aus Mettmann oder Ratingen raus, hin zum Konrad-Adenauer-Platz (!) in Düsseldorf - da ist nämlich der Hauptbahnhof. Oder sich mal eine halbe Stunde bei NETTO auf den Parkplatz stellen und zusehen, wer da was und wieviel einkauft. Oder sich auf einen Chickendöner mit Bulgur in der 2a- oder 2b-Immobilienlage hinsetzen und den Leuten zuschauen, die vorbeigehen. 
Warum also gründet man als CDU-Mann eine derartige Bewegung? Warum sieht man einen "Trend", den der eigene Generalsekretär als "absurd" bezeichnet? Wir wissen es nicht.

Was wir aber wissen, ist, daß die Grenzen nach ganz weit rechts offenbar fließend sind. Denn die "Neue Rechte", die unseres Erachtens nach weitestgehend außerhalb des demokratischen Spektrums angesiedelt ist, ist weiter auf ihrem Weg in die Mitte der Gesellschaft. Geschützt von der oft demonstrativ positiven oder zumindest neutralen Haltung zu Israel, was sie auf den ersten Blick unverdächtig macht und eine einlullende Wirkung hat. Und was so ziemlich das einzige ist, was sie von der NPD unterscheidet. In fast allen anderen politischen Positionen herrscht eine frappierende Übereinstimmung zwischen "Neue Rechte" und den Ewiggestrigen. 

Denn man hat erkannt, daß Judenfeindlichkeit abschreckt und nicht mehrheitsfähig ist. Also baut man jetzt am intellektuellen Überbau eines Rechtsextremismus 2.0, der ohne biologistische Komponente und Rassismus auskommt, und statt dessen kulturelle Unterschiede betont. Das Ergebnis ist aber das Gleiche: "Ausländer raus!".
"Früher hieß das 'Ausländer raus', und kam aus der Gosse.
Heute heißt das 'Islamkritik', und kommt von ganz oben."
- Hagen Rether, 2007 

Aktuell ist auf der Webseite der "Aktion Linkstrend stoppen" neben den vielen Nachrufen auf Siebeke noch der Hinweis auf eine Veranstaltung des sächsischen Arms der "Aktion Linkstrend stoppen" zu sehen, zu der Felix MENZEL im vergangenen Juli erwartet wurde.
Felix Menzel gilt als Vertreter des libertären Arms der "Neuen Rechten", und hat oft Mühe, sich von der direkten Nähe zum Rechtsextremismus zu distanzieren. Er bezeichnet sich jedoch selbst als "neurechts" und wurde schon wg Beleidigung der GRÜNEN-Vorsitzenden Claudia ROTH verurteilt. Strafrechtlich. 


Screenshot vom 01.09.2013

Menzel kommt die gleiche Scharnierfunktion zum Rechtsextremismus zu wie der Rechtspostille "Junge Freiheit" oder den einschlägigen Online-Magazinen wie "eigentümlich frei", den Publikationen eines Manfred KLEINE-HARTLAGE oder eines Götz KUBITSCHEK (dessen Postille sich bezeichnenderweise "Sezession" nennt). Dazu gesellt sich auch der Thinktank "Studienzentrum Weikersheim", welcher weiland noch von dem aufrechten Marine(hin)richter Hans FILBINGER (CDU!) gegründet wurde. Und der auf der Homepage der "Aktion Linkstrend stoppen" verlinkt ist.
Daß sich beim Studienzentrum Weikersheim bis 1995 der Neonazi Ulli Boldt als Leiter der Jugendgruppe ideologisch sehr wohl fühlte, daran scheint sich niemand zu stören. Und daß in den aktuellen "Zielen" die ganzen alten Schlager von der Zuwanderung in die Sozialsysteme gesungen werden, und man sich über die Abtreibung aufregt, wo doch die Bevölkerungszahl der Deutschen abnimmt, auch nicht. DAS also soll Konservatismus sein...soso. 

Screenshot: aus den "Zielen" des Studienzentrums Weikersheim. 
Klingt wie bei der NPD, nur intellektueller


Chef des famosen Studienzentrums war von 2001 bis 2003 Klaus HORNUNG. Der Hornung, der noch 1995 die von Rechtsextremismus und Neonazismus ausgehenden Gefahren für eine "Erfindung linker Publizisten" hielt. Zu der Zeit saß der spätere NSU-Terrorist Uwe Mundlos in einer Bundeswehr-Arrestzelle und wurde wegen seiner offensichtlichen politischen Motivation bereits vom MAD vernommen. Für den ersten Mord im September 2000 brauchte Mundlos da nur noch 5 Jahre. Die Straftaten und Auffälligkeiten bis dahin lassen wir mal unberücksichtigt. 

So kann man sich irren, Herr Hornung...
uns wäre aber lieber gewesen, Sie hätten sich NICHT geirrt. 

Felix Menzel selbst  spielt mit Begriffen wie "identitär", ohne jegliche Abgrenzung zu den "Identitären Bewegungen" in Deutschland und Frankreich, an deren Spitze glasharte Rassisten stehen. Im Gegenteil, es gibt Hinweise, daß Menzel selbst dort mitmischt.

Und sein Freund Kleine-Hartlage schreibt seit kurzem auch für den Hetzblog "Politically Incorrect", der eigentlich mal als Fanblog für George W. BUSH gestartet war. Heute aber wettert man dort gegen alles, was "Islam" ist oder sein könnte, gegen Grüne, "Linke" (übrigens parteiübergreifend), gegen Sinti und Roma (die man aber konsequent nur "Zigeuner" nennt), gegen Schwule (nanu...man kritisiert aber "die Muslime" hart  für ihren Umgang mit Schwulen), gegen den Klimawandel, FÜR Atomenergie und gegen Einwanderer allgemein. Zumindest gegen die mit dunklen Augen. 

Und man vergreift sich oft im Ton, vor allem in den Kommentarspalten. Ein regelrechter rassistischer Mob tummelt sich da, um das Wort von Stefan Niggemeier aufzugreifen. Beleidigungen sind noch das wenigste. Man generiert auch Mordaufrufe, oder nimmt sie zumindest billigend in Kauf. Und man läßt mit "Michael Mannheimer" einen verurteilten Volksverhetzer als Autoren zu ... dieser gilt sogar als "intellektueller Vorturner". Wenngleich das wohl eher ein Armutszeugnis ist ... wenn ausgerechnet DER da als intellektuell gilt...

Und nicht nur das.

Autor Michael STÜRZENBERGER, ein Ex-CSU-Mitglied (!), zitiert als Referenz für seine Pamphlete die Holocaustleugner-Postille "Nonkonformist", das NPD-Hausblatt "Deutsche Stimme" oder auch mal den verstorbenen Historiker Werner MASER, der selbst von der konservativen "WELT" in die Nähe des Holocaustleugners David IRVING gerückt wird. So daß man sich fragen muß, was dieser Stürzenberger so alles liest, daß er das a) präsent hat und b) als Quelle nutzt. 

"PI" trommelt auch für die rückwärtskatholische und frauen- und judenfeindliche Piusbruderschaft. Und mehr als einmal erschienen zeit- und themengleich Artikel "Pro Piusbruderschaft" auf Politically Incorrect und dem inzwischen geschlossenen Hetzblog "kreuz.net". Für den nachgewiesenermaßen auch NPD-Mitglieder und verurteilte Holocaustleugner schrieben. 
Besonders der offenbar völlig durchgeknallte PI-Autor "kewil" bedient den ganz ganz rechten Rand: er relativiert immer wieder die NSU-Verbrechen und veröffentlicht sogar Artikel, 
  • wonach Schwarzafrikaner korrupt sind, weil sie schwarz sind (aha...mal gut, daß es im "weißen" Europa keine Korruption gibt)
  • daß in den USA zuwenig "weiße Babies" geboren werden und er sich um "unser weißes Amerika" sorgt (Amerika war ja schon immer weiß...quasi schon in der Bronzezeit, gelle...)
  • daß der Nachfolger von "Peter PARKER" im neuen Spiderman-Comic kein Weißer mehr ist...sondern ein Mischling aus Schwarzer und Latino (unerhört!). 
Und zu allem Überfluß spricht er Juden die Fähigkeit ab, eine andere Staatsangehörigkeit zu haben als die israelische. Das alles haben wir hier aber bereits bis zur Erschöpfung  dargelegt.  

Politically Incorrect...das ist Rassismus durch die Hintertür (oft auch durch die Vordertür!), aber genauso klar und rein wie bei Hans F. K. GÜNTHER...dem Autoren der Nürnberger Rassegesetze (!). Bei dem Herr SARRAZIN (SPD!) übrigens für sein famoses "Deutschland schafft sich ab" abgekupfert hat. Nachweislich. 

Siebeke selbst schließlich war lange Zeit CDU-Parteirichter und sprach sich damals gegen den Parteiausschluß von Martin HOHMANN aus. Hohmanns Verhalten sei "nicht parteischädlich" gewesen.
Aha...naja, irgendwie stimmt das ja. KOCH und KANTHER wurden ja auch nicht rausgeworfen, als sie schwarze (!) Parteispenden als "jüdische Vermächtnisse" (!) deklarierten. Und Herr OETTINGER auch nicht, als er den Marine(hin)richter Filbinger zum Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime umdeutete. Und Frau STEINBACH auch nicht, als sie den Polen die Schuld am Ausbruch des 2. Weltkrieges unterschieben wollte. 
Es spricht Bände, wenn ein Parteirichter ein
derartiges Verhalten als "nicht parteischädlich" einstuft. 
Siebeke veröffentlichte ein BUCH, in dem er Hohmann zum "deutschen Dreyfus" stilisierte. Was für eine Geschichtsklitterung, und was für eine Verhöhnung der Opfer von Judenverfolgungen. Für uns ist das am Rande der Volksverhetzung!
Immer wieder wunderbar, zuzusehen, wie sich politische Brandstifter in die Opferrolle flüchten.

Die Grenzen sind fließend. Und genau DAS ist die Gefahr. Wer mit den Schmuddelkindern spielt, wird dreckig. 

So long

Der Falke




P.S.: Was ist konservativ?

Die Konservativen in Deutschland haben ihre Wurzeln völlig verloren. "Konservativ", das heißt für viele heute nur noch,
  • möglichst alles "Linke" in Bausch und Bogen zu verdammen, ohne auch nur hinzusehen
  • ein Netzwerk zu spinnen, um Kohle zu machen oder gute Jobs zu kriegen
  • der Durchökonomisierung der Gesellschaft Vorschub zu leisten
  • alles Neue erstmal abzulehnen
  • oder man wird nationalistisch-reaktionär und HÄLT sich dann für konservativ. 
Dabei hat gerade der noch heute als konservative Lichtgestalt verehrte Franz-Josef STRAUSS mal gesagt:
"Konservativ sein heißt nicht, nach hinten zu blicken, sondern an der Spitze des Fortschritts zu marschieren!". 
Wird von vielen "Konservativen" noch immer schmerzlich vermißt, 
wenngleich sie sich von ihm mit Lichtgeschwindigkeit entfernen:
Franz-Josef Strauß (1915- 1988) - Bildquelle: spiegel.de (ja, genau die!)

Es ist auch so gar nicht konservativ, die oft als verloren beklagten "Werte" der Durchökonomisierung zu opfern. Ist es nicht so, daß sich ausgerechnet viele heutige "Konservative" beklagen, daß man von vielem nur noch den Preis kennt...aber nicht den Wert? Woran liegt das wohl?

Und schließlich ist erst der ungehemmte Manchester-Kapitalismus der Gründerjahre die Quelle des Sozialismus gewesen. Wer also "konservativ" sein will, sollte durch eine soziale Komponente seines politischen Tuns das Aufkommen des "Sozialismus" verhindern helfen. Statt ihn HERVORZURUFEN. 

Und schließlich ist das Wirtschaftssystem "Soziale Marktwirtschaft", welches eine konservative Regierung in den Nachkriegsjahren in Westdeutschland installiert hat, ein Ausfluß aus dem, was die Arbeiterbewegungen seit Jahrzehnten forderten und "Das Kapital" zu geben bereit war.

Ergo: es geht nur miteinander.

P. P. S.: Und schließlich ist auch "Konservativismus" und "Orthodoxer Islam" kein Widerspruch. Herr RÜTTGERS hat 2005 die Landtagswahlen in NRW mit den Stimmen der konservativ-muslimischen Migranten aus dem Ruhrgebiet gewonnen. Die wollen nämlich eine KONSERVATIVE Partei, die WERTE vermittelt ... und daher ist ihnen das "C" auch egal!
Man muß sich nur mal das ideologische Brett vom Hirn reißen!


P. P. P. S.: Wenn sich ein neuer LASSALLE finden würde, der die so zerstrittene "Gesamtlinke" (konservativ-sozialer Flügel der Grünen, die traditionalistischen Teile der SPD, undogmatisch-pragmatische Teile der Linken, der soziale Flügel der FDP und der Arbeitnehmerflügel der CDU) EINEN würde...Frau MERKEL würde hinweggefegt. 

Wenn das mal passiert...ist das die Verantwortung derer, die sich jetzt landläufig "konservativ" nennen. 


P. P. P. P. S.: Wenn man berücksichtigt, wie weit dieses Denken schon vorgedrungen ist, wäre eine "Aktion Rechtstrend stoppen" wohl angebrachter. Die hunderttausende Plattenkäufer und Konzertbesucher beispielsweise, die nichts dabei finden, wenn sich die Süd-Tiroler Rechtsrocker "Frei.Wild" gleichermaßen vom Rechts- wie vom Linksextremismus distanzieren, und dabei nicht merken, wie hier durch die Hintertür die qualitativen Unterschiede zwischen "rechter" und "linker" Gewalt aufgeweicht werden, machen uns ANGST.