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Freitag, 19. Dezember 2014

Politischer Lehrfilm des Jahres: Rambo 3


Wie Feindbilder unser Denken beeinflussen


Ja Servus,

grad schauen wir "Rambo 3" auf vox , ein übles kriegsverherrlichendes Baller-Machwerk. Einzig und allein geschaffen, um als Star-Vehikel die Kassen der Produzenten und des Hauptdarstellers zu füllen. Schließlich hatte man am Vorgänger "Rambo 2" schon gut verdient, um den Überraschungserfolg von "Rambo" auszuschlachten. Also wollte man nun mit "Rambo 3" nochmal nachlegen und die humorlose "Hau-Drauf-Welle" der 80er-Jahre-Ein-Mann-Armeen auf die Spitze treiben. 

"Die Hard " ("Stirb langsam") brachte dann einen Wendepunkt: erstmals durfte das Publikum zwischen Maschinenpistolenfeuer, Explosionen, Bränden und panischem Geschrei auch mal lachen. Aber bis dahin beherrschte im Genre "Aktschn-Fuim" (schwarzeneggerisch für "Action-Film") der wortkarge Bestrafer mit dem panzerbrechenden Blick die Leinwand.



So kennt man ihn: Isch mach Disch Messer, Du Opfer. 
Stallone Ende der 80er

Wir haben alle gelacht, und viele lachen noch immer. Die dünne Story, Effekthascherei mit Hubschraubern und Explosionen, Panzer mit Innenräumen wie Lieferwagen, Stallones gewohnt sparsame Mimik und seine schwarze Kleidung (tarnt einfach super in Wüstenumgebungen), sein Winnetou-Stirnband, unrealistische Szenarios ... es wäre lustig gewesen, würde es nicht nur immer nur darum gehen, wie man am besten möglichst viele Leute kamerawirksam um die Ecke bringt. 

Wir lachen nicht mehr.


Warum? Weil dieser Film - wenn auch unfreiwillig - zum Lehrstück über etwas geworden ist, ohne das "moderne" Gesellschaften offenbar nicht mehr auskommen: ein Feindbild nämlich.  Bei "Rambo 3" sind die Sowjets für das Feindbild zuständig. 

Wenn man sich nicht nur berieseln läßt oder nebenbei "facebookt", dann fällt einem irgendwann auf, daß Rambos Verbündete - und sogar: Freunde!- in dem Film Muslime sind. Und nicht nur Muslime, sondern Mudjahidin, also "Gotteskrieger". Im Grunde handelt es sich um Taliban, und die Keimzelle von Al-Quaida! 

Die Russen als der alles beherrschende böse Feind und Al-Quaida-Mitglieder als Verbündete des US-Protagonisten in einem US-Blockbuster-Hollywood-Kommerzfilm. Die unter 30jährigen reiben sich grad sicher die Augen: heute ist es doch genau andersrum!

Rambo, der Selbstmordattentäter


Um es zu konkretisieren: 
Rambos afghanische Freunde sind sogar Selbstmordattentäter! Und die Idee der Opferung des eigenen Lebens im "Heiligen Krieg" wird Rambo vom väterlichen "Masoud", der deutlich die Züge des afghanischen Nationalhelden Ahmad Shah Massoud (1953 - 2001, der aber Selbstmordattentate ablehnte) trägt, erklärt: "Wir sind eigentlich schon tot. Deshalb fürchten wir den Tod nicht."
Und Rambo? Der sieht das nach einem Großangriff des bösen Feindes, den nur wenige seiner neuen Freunde überleben, genauso. Als den Afghanen die von Rambo geplante Aktion zu gefährlich wird, erklärt er, es notfalls allein durchführen zu wollen. Einwand der Afghanen: "Dann sterben Sie!" Rambos Antwort: "Dann sterbe ich." Und der Zuschauer ist ganz bei ihm. 
So schnell geht das. 

Feindbild muß sein


Und heute? Die Sowjets haben sich als Feindbild schnöde aus dem Staub gemacht. Aber ohne geht es wohl nicht. Also mußte ein neues her. Und in das "Feindbild-Vakuum" wurden die Muslime geworfen.

Um es mal klarzustellen: wir relativieren hier nicht die grausamen Anschläge, die barbarische Terroristen im Namen des Islam begehen. Sei es der 11. September 2001, London, Madrid, Boko Haram, die Taliban oder der "IS": das alles ist schrecklich und durch nichts zu rechtfertigen.

Aber wer die Ursachen dafür im Islam bzw. im Koran sucht, wird sie nicht finden. Sondern nur dafür sorgen, daß Menschen aufgrund ihres Glaubens stigmatisiert werden. "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" heißt das. Die Begründung, der Koran enthalte Mordaufrufe, lassen wir nicht gelten: die stehen genauso in der Bibel. Und keiner macht aus einem Christen oder einem Juden einen potentiellen Terroristen, weil er an das Alte Testament glaubt.

Die Ursachen liegen ganz woanders. Wir haben das schonmal dargelegt

Der Nebeneffekt


Aber der Film leistet noch mehr. 
Rambos Ausbilder, der berühmte Col. Trautman, gerät beim bösen Feind in Gefangenschaft. Bei einem der Verhöre blafft Trautman heldenhaft den russischen Befehlshaber an, daß Afghanistan nicht zu erobern sei. "Wenn Sie die Geschichte dieses Landes studiert hätten, hätten Sie das wissen müssen. Wir wissen das - wir hatten schon unser Vietnam. Jetzt kriegt ihr Eures!"

Etwa zwölf Jahre, nachdem der Film in den Kinos lief, brach die Bush-Administration den Krieg gegen Afghanistan vom Zaun.

So long

Der Falke







P.S.:
Aufgrund der "Domino"-Theorie waren die USA immer bemüht, möglichst wenige Länder an "die Kommunisten" zu verlieren. Die damit begründeten bewaffneten Interventionen der USA haben immer zu humanitären Katastrophen geführt, oder sogar noch schlimmere Regime an die Macht gebracht: Afghanistan, Irak, Korea, Vietnam, Russland, Chile, Iran - die Liste ist lang. 

Zynischerweise entwickeln sich in den Staaten, in denen die USA mit Interventionen oder Umstürzen gescheitert sind, kapitalistische Systeme: China, Kuba (!), Vietnam. 

Montag, 8. Dezember 2014

Netanjahu, der Araber

Der Bruderkrieg im Nahen Osten


Ja Servus, 

angesichts der Bestrebungen des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen zu erzwingen, raufen wir uns mal wieder das Gefieder. Der Grund für Netanjahus Handeln liegt auf der Hand: politisch soll das Kabinett nach rechts rücken, und die Gelegenheit ist grad günstig. Die gemäßigten Minister wie Zipi Livni wurden bereits entlassen.

Rein machtpolitisch ist das natürlich ein fast logischer Schachzug. In der Außenwirkung aber wird das wahrscheinlich verheerende Folgen haben: dergestalt, daß eine friedliche und politische Lösung des Konflikts im Nahen Osten noch weiter weg rückt – wenn das überhaupt möglich ist. Solange auf beiden Seiten die Hardliner das Sagen haben, wird der Graben ohnehin nur noch tiefer. Und Hardliner Netanjahu nutzt die politische Wetterlage, seine Position zu festigen.
Natürlich sind die Hardliner von der Hamas auch nicht besser: solange Raketen auf Israel abgefeuert werden, wird die israelische Armee immer wieder zurückschlagen. Da aber auch das dümmste Hamas-Mitglied das inzwischen wissen müßte, kann es nur einen Grund dafür geben, daß immer wieder Raketen abgefeuert und damit im Grunde die eigene Bevölkerung als Geisel gehalten wird: die Hamas hat an einem Frieden - und damit an einer Zwei-Staaten-Lösung - kein Interesse.
Es ist offenbar nicht jeder Politiker im Nahen Osten willens oder in der Lage, Fehler einzusehen, Standpunkte zu revidieren, zu deeskalieren, die Hand zu reichen. Menachem Begin, Anwar Al-Sadat, König Hussein, Yitzhak Rabin oder Ehud Barak konnten das. Netanjahu nicht. Oder er will nicht. Unerheblich - das Resultat ist das gleiche: Eskalation. 

Dabei weist ausgerechnet Netanjahus Familienname (!) darauf hin, daß Juden und Muslime gemeinsame Wurzeln haben. Wurzeln, die über die Zugehörigkeit zur semitischen Sprachfamilie und die beiderseitige mythologische Abstammung von Stammvater Abram/Abraham/Ibrahim weit hinausgehen. Die aktuelle archäologische Sachlage über die Vorgeschichte der Israeliten und die Entstehung des Judentums zeigt, daß die Wurzeln des Glaubens an den allmächtigen Gott des Alten Testaments möglicherweise - ausgerechnet – in Arabien liegen! 

Historiker und Archäologen: bitte nicht zu genau lesen. Wir fassen nur ganz kurz und ganz platt den aktuellen Stand der Forschung zusammen.  Von Laien für Laien, sozusagen. Der Sachstand scheint nämlich längst nicht überall bekannt zu sein. Leider.

1300 v. Chr. 


Um diese gemeinsamen Wurzeln deutlich zu machen, muß zunächst festgestellt werden, daß das Alte Testament nur bis ca. 1300 v. Chr. archäologisch unterlegt ist. Exakt im Jahre 1208 v. Chr. ist auf der Siegesstele des Pharaos Merenptah  vom Sieg über "Israel" die Rede. Damit ist dies das älteste archäologische Zeugnis der Existenz eines Volkes mit dem Namen "Israel" im südlichen Kanaan.

Ausschnitt der Merenptah-Stele
"Israel ist zerstört. Seine Saat ist nicht mehr."

Bei Klick größer. 


Zeitlich entspricht das Jahr 1208 v. Chr. in etwa der mythischen Landnahme Kanaans durch die Israeliten unter der Führung von Josua. Alles, was lt. Bibel davor stattfand, ist archäologisch nicht verifizierbar. Und die meisten Fachleute sind geneigt, das alles in den Bereich der Mythen und Legenden zu verweisen. 

Garten Eden, Adam, Eva, Kain, Abel, Noah und die Sintflut, die Zeit der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob, der Verkauf Josephs nach Ägypten und die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei durch Moses und Aaron: alles erfunden. Bzw. Legenden, die durch Übernahme anderer, teils viel älterer Legenden und deren Assimilation entstanden. Die Geschichte von der Sintflut taucht bekanntlich weltweit in allen möglichen Kulturkreisen auf, bis hin zu den Indianern. Die älteste Version stammt von den Sumerern im Süden des heutigen Irak. Und das war vor 5000 Jahren. In Worten: Fünftausend.

Es gab wohl keinen Josua


Die gewaltsame Landnahme durch Josua und die israelitische Armee, zB die Zerstörung Jerichos, ist inzwischen mit Sicherheit widerlegt. Die Zerstörung der kanaanitischen Stadtstaaten wie zb Jericho, Ai oder auch der schon in der Bronzezeit mehr als 20.000 Einwohner fassenden Metropole Hazor, kann nicht durch Josua erfolgt sein.

Jericho wurde 1580 v. Chr., Hazor um 1300 v. Chr. zerstört. Das paßt zeitlich mit einem Eroberungsfeldzug absolut nicht zusammen. Darüberhinaus deutet „Ai“ („Trümmerhaufen“) als Stadtname darauf hin, daß israelitische Truppen den Ort bereits zerstört vorfanden. Die Israeliten und ihr wahrscheinlich auch mythologischer Anführer Josua scheiden daher als Eroberer aus.

Das finden wir grundsätzlich erstmal gut – schließlich sind die Gräuel und Gewaltorgien im Buch Josua nichts, womit sich eine Religion brüsten kann. Details lassen wir hier weg.

Die Zerstörung von Ai, Jericho und Hazor


Zurück zu den kanaanitischen Stadtstaaten. Wahrscheinlich unterhielten die den ägyptischen Pharaonen unterstehenden Stadtstaaten ein feudales Klassen-System. Ägyptische Berichte schildern ein System von Leibeigenschaft und Sklaverei.
Dieses auf Ausbeutung basierende System bricht nach und nach, möglicherweise aufgrund veränderter Rahmenbedingungen, zusammen. 

Erklärungsansätze dafür gibt es so einige: die Anlandung der Philister / Seevölker an der Mittelmeerküste, die Schwächung der Schutzmacht Ägypten, etc. Als interessanter Ansatz wird eine Art „Aufstand“ der „unteren Klassen“ vermutet, die diesen Zusammenbruch zum Anlaß nahmen, ihr Sklavenjoch abzuwerfen. Möglicherweise gaben sie den schon geschwächten Stadtstaaten damit den Rest.

Sie zogen in die Berge Kanaans, da die fruchtbaren Täler von den militärisch überlegenen Seevölkern besetzt waren, die selbst Städte ausbildeten. In den Bergen nahmen sie eine agrarische und betont einfache Lebensweise ein, manche Forscher sprechen von "egalitär". Zum einen war das den Möglichkeiten geschuldet, die die nicht übermäßig fruchtbare Bergregion bot. Aber auch die identitätsstiftende Abgrenzung zu den herrschenden Schichten in den untergegangenen monarchischen Stadtstaaten, denen sie gerade entkommen waren, spielte eine entscheidende Rolle. 

Das Fehlen jeglicher repräsentativer Bauten und Befestigungen in den neugebildeten Siedlungen in den Bergen Kanaans deutet deutlich darauf hin. Das sogenannte "Israelitenhaus", eine einfache Hütte, wurde in den Bergen überall verwendet - aber sonst nirgends.
Die verblüffenden Ähnlichkeiten der in den kanaanitischen Bergen aufgefundenen höchst einfach und schlicht gehaltenen Keramiken mit den in den zerstörten Stadtstaaten gefundenen Artefakten festigen dieses Bild.
Und der sprunghafte Anstieg der Ortschaften und Bevölkerungszahlen in den kanaanitischen Bergen ab 1300 v. Chr. weist auf starke Migration hin. Auf natürlichem Wege hätte die Bevölkerungszahl niemals derart explodieren können.

Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung im kanaanitischen Bergland
Edit 23.12.2014:
Ergebnisse jahrelanger akribischster Auswertung von keramischen 
Funden in den kanaanitischen Bergen durch Prof. Israel Finkelstein

Möglicherweise ist hier aus einer Art Freiheitskampf heraus die Wurzel eines neuen Volkes entstanden. Im Gegensatz zu den Überresten anderer Tiere wurden keine Schweineknochen gefunden: es gab also bereits identitätsstiftende Speisevorschriften. Und Identitätsstiftung als Abgrenzung zu den untergegangenen kanaanitischen Stadtstaaten ist ein entscheidender Faktor, der den Forschern immer wieder begegnet.

Für diese These der entflohenen Unterschicht mit dem identitätsstiftenden Willen zur Freiheit spricht auch die etymologische Herkunft des Begriffs "Hebräer". Nicht wenige Forscher vermuten aufgrund der Konsonantenwurzel HBR als Quellwort das akkadische "apiru" oder das altägyptische "'pr(w)", wenn auch kaum jemand eine direkte Ableitung vermutet. Mit diesen beiden Worten wurden in einigen Bronzezeit-Texten aus Kanaan, Ugarit und Ägypten Menschen bezeichnet, die außerhalb der Gesellschaft standen. Die Begriffe waren abwertend gemeint, und die Bezeichneten betätigten sich als Söldner, Tagelöhner oder sogar Banditen: die klassische antike "Unterschicht".

Zwischenfazit


Die ersten Israeliten entpuppen sich also als ursprüngliche Kanaaniter. Und ihre Selbstorganisation als neue Volksgruppe war nicht die Ursache des Zusammenbruchs der kanaanitischen Stadtstaaten: sondern die Folge.

Interessante Nebenerkenntnis:
bekanntlich wurden die Israeliten vor der Errichtung eines dynastischen Königshauses durch David von den charismatischen Richtern geführt. Wenn es nötig war -zb bei Kriegen- ernannte man einen Anführer, eine Art "König auf Zeit". Einer davon war der erste König Saul, der aber am Ende scheiterte.
Auch das wäre ein wichtiger Punkt, sich identitätsstiftend von den überwundenen Feudalsystemen abzugrenzen. Die egalitäre und betont schlichte Lebensweise, die alles Prunkvolle ablehnte, ein gewählter (!) Anführer auf Zeit, und der starke Freiheitswille führen zu einer Frage:
Was, wenn nicht die Griechen die Demokratie erfunden haben - sondern die Israeliten?

Der "bunte Haufen"


Die Bibel beschreibt die Israeliten unter Josuas Führung kurz gesagt als „bunten Haufen“. Und mit letzterem hat sie Recht. Denn das neue kanaanitische Bergvolk wuchs nicht nur durch Migration von Flüchtlingen aus den untergehenden kanaanitischen Stadtstaaten. Weitere Gruppen kamen hinzu. Zwei davon waren wahrscheinlich entscheidend. 

Zunächst wird angenommen, daß es tatsächlich aus Ägypten entflohene Zwangsarbeiter gab, die sich dem neuen Volk in den Bergen Kanaans anschlossen. Wenn es sich auch hier nicht um das eigentliche Volk der Israeliten als Gesamtheit handelte, und auch keiner davon wirklich „Moses“ hieß. Der wohl wie Noah auch nur eine assimilierte Legende ist: schließlich gibt es das Motiv des geretteten "Heldenkindes" schon in der altägyptischen und akkadischen Mythologie. Unter anderem.
Es handelte es sich vielleicht um zuvor aus Kanaan verschleppte Leibeigene oder Kriegsverlierer. Vielleicht waren auch entflohene Zwangsarbeiter aus anderen Ländern dabei: altägyptische Stelen berichten immer wieder über Kriege gegen die Nachbarn, z.B. gegen Libyen oder die Nubier. 
Für diese entflohenen Sklaven hatte man bei der gerade entstehenden neuen Volksgruppe aufgrund der eigenen Vergangenheit sicher offene Ohren und Arme. Sie brachten die Geschichten aus dem Reich der Pharaonen mit, die schließlich in der Bibel ihren Niederschlag fanden. 

Aber der wichtigste Einfluß kam wohl von einem im heutigen Sprachgebrauch erstaunlicherweise eher unbekannten Nomadenvolk: den „Schasu“ aus dem „Jahu“-Land.

Die Schasu-Nomaden


Die Schasu waren ein nomadisches Hirtenvolk, das sich wahrscheinlich im Norden und Westen der arabischen Halbinsel sowie im südlichen Kanaan herumtrieb. Im Norden reichte ihr Gebiet an das südliche Kanaan heran, und damit direkt an das sich gerade neu bildende Volk der Israeliten. Im Nordwesten kamen sie über den Sinai bis nach Ägypten, im Süden zogen sie am westlichen Rand der arabischen Halbinsel am Roten Meer entlang.
Das Stammesgebiet der Schasu hat nach dieser Deutung weitgehende Überschneidungen mit dem biblischen "Midian". 

Teilweise trieben die Schasu Handel mit den Ägyptern, teilweise gab es bewaffnete Auseinandersetzungen. Als Quellen dafür dienen mehrfache Erwähnungen der Schasu in ägyptischen Berichten und auf Siegesstelen. Unter anderem ist von einer Gefangennahme und Verschleppung von über 15.000 Schasu die Rede. Vermutlich sollten sie Zwangsarbeit leisten.

Jedenfalls wird der Name des Landes, aus dem die Schasu stammten, in ägyptischen Quellen mit „YHW“ angegeben, was auf hebräisch aufgrund der Vokalisierungsregeln wahrscheinlich „Jahu“ ausgesprochen wurde. Hochinteressant in dem Zusammenhang: in Ägypten war es üblich, die Herkunftsländer der Feinde nach den Namen ihrer Götter zu benennen!

Eine verblüffende Ähnlichkeit zum hebräischen Gottesnamen „YHWH“, der wahrscheinlich „Jahwe“ ausgesprochen wurde. 
Die Heiligung des Gottesnamens in der jüdischen Glaubenspraxis führte dazu, daß er nicht mehr ausgesprochen werden durfte – was für viele Unkundige den „Jehova“-Sketch" bei Monty Python’s „Leben des Brian“ erklären dürfte. Und so ist bis heute aufgrund dieser Tabuisierung schlicht vergessen worden, wie „YHWH“ korrekt ausgesprochen wird. 

Die Frage lautet also: „YHW“ = „YHWH“ ?

Was diese Deutung ein wenig wackeln läßt: andere ägyptische Quellen bezeichnen auch Völker im Norden des heutigen Israel bis ins heutige Syrien hinein als „Schasu“. Aber das muß kein Gegensatz sein: schließlich waren sie Nomaden (s. u.).

Der Vulkangott


Zurück zu „Midian“. Die Art, wie sich Gott im Alten Testament gegenüber seinem Volk darstellt, klingt beispielsweise wie folgt:
"Und es geschah am dritten Tag, als es Morgen wurde, da brachen Donner und Blitze los, und eine schwere Wolke lagerte auf dem Berg, und ein sehr starker Hörnerschall ertönte, sodass das ganze Volk, das im Lager war, bebte. Mose aber führte das Volk aus dem Lager hinaus, Gott entgegen, und sie stellten sich am Fuß des Berges auf. Und der ganze Berg rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabkam. Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg erbebte heftig." (Exodus 19:16-18)
Gott zeigt sich beim Auszug aus Ägypten als Reisegott seines faktisch nomadischen Volkes: er zieht mit seinem Volk mit, statt einen festen Sitz zu haben. Den baute ihm erst König Salomon einige Jahrhunderte später, mit dem ersten Tempel. Und wie liest sich das in der Bibel?
"Gott aber zog vor ihnen her: Bei Tag als Wolkensäule und bei Nacht als Feuersäule, um sie zu führen." (Exodus 13:21).
Wer sieht in diesen beiden Zitaten etwas anderes als einen Vulkanausbruch? Aber: Vulkane kommen im klassischen Handlungsgebiet des Alten Testaments – Ägypten, Sinai, Palästina- nicht vor. 

Das Land der Schasu aber, der Norden und Westen der arabischen Halbinsel - das biblische „Midian“-  ist vulkanisches Gebiet. Auch, wenn man Saudi-Arabien gemeinhin nicht mit Vulkanausbrüchen assoziiert. Derzeit gibt es aber in Saudi-Arabien neun Vulkanfelder, und einige sind sogar aktiv. Zuletzt drohte 2009 der Harat Lunayyir auszubrechen – 30.000 Menschen mußten aufgrund von Katastrophenwarnungen evakuiert werden. 
Einer der weltweit führenden Vulkanologen, Prof. Hans-Ulrich Schmincke, hält einen früheren Vulkanausbruch des Harat Lunayyir für die Zeit um 1300 v. Chr. zumindest für wahrscheinlich. 

Daß Gotteserscheinungen als Naturgewalten daherkommen, speziell als Vulkanausbrüche, ist nicht ungewöhnlich. 
Weltweit wurden oder werden Vulkane als Gottheiten verehrt, wie in Süd-Amerika, Bali oder in Japan.  Das wäre auch eine Erklärung für den „brennenden Dornbusch“, das Erscheinungsbild Jahwes gegenüber Moses, auch bekannt als Moses' "Sendungserlebnis". Welches übrigens lt. Bibel im Land Midian (!) stattfand. 


"Jahu" wird zu "Jahwe"


Der Glaube an den Schasu-Gott „Jahu“ erreichte die frühen Israeliten möglicherweise auf zwei Wegen:
zum einen durch die Schasu-Nomaden selbst, die im Norden an das Gebiet der Israeliten heranreichten. Vielleicht gab es Handel, oder auch kleinere Streitigkeiten und Scharmützel. Sie könnten das Israelitengebiet auf dem Weg ins heutige Syrien auch direkt durchzogen haben, weil in den Bergen Kanaans von den Israeliten weitaus weniger Widerstand zu erwarten war als von den militärisch weit überlegenen Philistern in der Ebene. Damit wäre auch das Auftreten der Schasu im heutigen Syrien (s. o.) in die Hypothese integriert.

Zum anderen waren wohl ursprüngliche Schasu bei den Flüchtlingen dabei, die ägyptischer Zwangsarbeit entkamen und sich den Israeliten anschlossen. Diese Gruppe könnte auch auf dem Weg nach Kanaan "Midian" durchquert haben, und den Glauben an "Jahu" angenommen haben.
Wie auch immer: möglicherweise kamen die Flüchtlinge bereits als geschlossen gläubige "Jahu"-Jünger bei den Israeliten an. Und sie waren, wohl ideologisch führend, so daß die ehemaligen Kanaaniter sich dem Glauben an "Jahu" anschlossen. Schließlich hatten auch sie eine Vergangenheit in Sklaverei hinter sich: identitätsstiftende Gemeinsamkeiten.

Seit etwa 100 Jahren gibt es bereits die Hypothese, daß der Glaube an den Wetter- und Vulkangott „YHWH“ seinen Ursprung auf der arabischen Halbinsel hat. Mehrere Forscher in den Jahrzehnten danach haben diese These erhärtet. Breit bekannt ist die These trotzdem nicht.

Identität


Wie bereits mehrfach erwähnt: wichtig war den Israeliten vor allem die identitätsstiftende Abgrenzung zu den Feudalgesellschaften, die die verschiedenen Gruppen des neuen Volkes bislang geknechtet hatten: die kanaanitischen Stadtstaaten und die Ägypter. Identität entsteht auch dadurch, daß man definiert, wer man NICHT ist. Was liegt da näher, als aus den Ägyptern und den Kanaanitern den bösen Feind zu machen? Per entsprechenden identitätsstiftenden Legenden?

  • Es fallen die grausamsten Plagen in Ägypten ein, bis hin zum Tod der Erstgeborenen (Kindermord durch Gott selbst!).
  • Die ägyptische Armee ertrinkt durch Gottes Wille mit Mann und Maus im Roten Meer.
  • Die kanaanitischen Stadtstaaten werden durch Josua (angeblich) gründlichst zerstört, kein Stein wird auf dem anderen gelassen. Sogar Frauen und Kinder werden grausamst ermordet.
  • Die Pinehas-Geschichte zeigt eine ausgeprägte gottgesteuerte Xenophobie Außenstehenden gegenüber. „Jahwe“ zürnt, weil sich die Israeliten mit  Fremden abgeben, und belegt zur Strafe die Nutztiere seines Volkes mit einer Seuche.  Als der Jahwe-Eiferer Pinehas (oder auch: "Pinchas") einen Israeliten beim Sex mit einer Fremden erwischt und sie beide „in flagranti“ mit dem Speer durchbohrt, ist Jahwe versöhnt, und die Seuche ist schlagartig weg.
  • Oftmals erzählt die Bibel auch vom Kampf gegen den Glauben an die syrisch-kanaanitische Gottheit "Baal", der sich wohl auch unter manchen Israeliten ziemlich hartnäckig hielt. Das ging so weit, daß von Seiten der Jahwe-treuen Führung dem Baal-Kult angebliche Kindesopfer untergeschoben wurden, um ihn den Israeliten madig zu machen und die religiösen Reihen zu schließen. 

Die Bibel ist voll von diesen Geschichten: damit schneidet man jegliche Verbindung zu den verhaßten Ausbeutern ab, und schafft eine neue Identität

Herr NetanYHW


Das klingt alles sehr weit hergeholt. Gesichert ist wenig, und bewiesen nichts. Aber es ist in sich schlüssig und archäologisch naheliegend.

So ist das, Herr Netanjahu: Ihr Glaube – wenn Sie denn gläubig sind- stammt möglicherweise aus Arabien. Und wissen Sie, wo sich dieser Harat Lunayyir -Vulkan befindet, der der Ursprung des Glaubens an „YHWH“ sein könnte?

Bei MEDINA. Wenn sich da nicht mal ein Kreis schließt. 

So long

Der Falke






Montag, 27. Oktober 2014

Der "IS" und der Islam - eine Klarstellung!


Der "IS" : ein Kind des Westens



Wir halten uns gern mit Vergleichen zurück. Meist verharmlosen Sie Schlimmeres. Aber: 
der "IS" ist vom Islam ähnlich weit weg wie die Hexenverbrennung von der Bergpredigt. Das "I" an sich ist nach islamischem Recht Gotteslästerung. 

Radikalisierung


Zum Stichwort "IS" ein Denkanstoß: Es geht immer um Radikalisierung und die Gründe dafür. Die Ursachen für Radikalisierung sind immer die gleichen, egal, ob islamistischer Extremismus in Nordafrika, in französischen Banlieues oder in Hamburger Moscheen, oder Rechtsextremismus in Zwickau oder der Dortmunder Nordstadt: Perspektivlosigkeit und Mangel an sozialer Zugehörigkeit. Wer in der Schule aufgepaßt hat, weiß, daß Letzteres ein menschliches Grundbedürfnis wie Essen und Trinken ist. 
Sven Lau, Pierre Vogel oder auch die überlebenden Attentäter von London und Madrid haben alle etwas gemeinsam: Sie sind NICHT im Islam aufgewachsen! Sie sind Konvertiten, oder aber sie waren nur "Papier"-Muslime, die ihren Glauben nicht lebten. Leere Köpfe, oft Kleinkriminelle, die ziellos durchs Leben eiern: DA greifen die Hassprediger und füllen die Leere im Kopf, sowie das menschliche Grundbedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit. Sie geben ihnen etwas, was sie bislang nicht hatten: einen SINN
Diese Radikalisierungsprozesse funktionieren übrigens bei Rechtsradikalismus absolut genauso. 

Erste und Dritte Welt


Die Radikalisierung des politischen Islam, dessen schlimmster und menschenverachtender Auswuchs "IS" jetzt so "zivilisationszerstörend" ist, hat EINE seiner wichtigsten Ursachen eben in unserer ZIVILISATION
So paradox das klingen mag: WIR waren es! 

Die "Erste Welt", nämlich wir, lebt weitgehend auf Kosten der Dritten Welt. Die Wirtschaftstrutzburg EU subventioniert Agrarprodukte auf dem Weltmarkt, was dazu führt, daß ganze Kontinente ihre Agrarprodukte nicht mehr absetzen können. Wachsende Verschuldung ganzer Volkswirtschaften, aber auch bis hinunter zu kleinen Bauern sind die Folge. Seit Jahren nehmen sich Bauern in Ländern wie Indien das Leben, weil sie keinen Ausweg mehr sehen.
Die dritte Welt fertigt für Hungerlöhne. Entweder, wir zahlen fürs TShirt nur 4 Euro, oder wir zahlen Mondpreise für IPhones, und die Differenz heißt dann "Wertschöpfung". Das Unglück der Näherinnen in Bangladesch ist wohl schon vergessen, und man sollte sich nicht unbedingt besser fühlen wenn man nicht bei KIK kauft. Die Selbstmordserie bei Foxconn interessiert uns auch nicht mehr, selbst dann nicht, wenn das über Jahre so geht. Also die erste internationale Empörung wirkungslos verpufft ist. 

Aber Hauptsache, unsere Lebensmittelpreise sind so tief wie nie zuvor, Geiz ist ja geil! Dazu noch haben die EU (also: WIR!) und die USA die autokratischen Potentaten in Nordafrika und im Nahen Osten gestützt. Hauptsache, wir kriegen das Öl und die Strände, das Auto klingt ja so "sahnig", wenn man Gas gibt. Und ein Flug mit steuerbegünstigtem (!!) Kerosin ans badewasserwarme Rote Meer ist doch sooo toll! 
Was mit der Bevölkerung in diesen Ländern geschah, war uns doch in den 60er, 70er und 80er Jahren völlig wurscht! Die sunnitischen Muslimbruderschaften wurden in Ägypten brutal unterdrückt, damit sie dem jeweiligen Potentaten nicht gefährlich werden konnten. Also blieb ihnen nur der Untergrund. Wer sich nun wundert, daß die immer radikaler wurden, ist herzlich naiv.
Aber Ursachen interessieren uns nicht. Und Folgen nur, wenn sie uns betreffen.  

Unsere Verlogenheit


Und ihre Unterdrücker hatten UNSERE Rückendeckung! Zur Not verkaufen wir ihnen halt noch die dazu notwendigen WAFFEN (wir sind ja schlau!). Und heute pochen wir angesichts der Hinrichtung der jungen Frau im Iran oder der irrsinnig strengen Auslegung der Scharia in Saudi-Arabien auf die Menschenrechte? Was für eine Verlogenheit!
Als der Schah an der Macht war, haben wir uns für seine Ehefrauen und deren Schwangerschaften interessiert, nicht aber für die Ermordeten, Verschwundenen und Folteropfer, die eine Brutstätte des radikalen SCHIITISCHEN Islam wurden. Der HEUTE da an der Macht ist! Durch wen? Durch UNS! Weil Mossadegh aus dem Amt geschossen wurde, wir Soraya so toll fanden, und mit iranischem Öl in den Urlaub fliegen! Jaja - es gibt kaum noch iranische Ölexporte in die EU - aber die Chinesen nehmen das iranische Öl umso lieber. Dann liegt es halt in Form von chinesischem Plastik unter unserem Weihachtsbaum.

Gleiches gilt für die Wahhabiten in Saudi-Arabien. Wir wollen ihr Öl, also akzeptieren wir, daß sie eine der Finanzierungsquellen des internationalen sunnitisch-islamistischen Terrorismus sind, und daß sie den Koran fundamentalistisch auslegen. 
Ich sags einfach nochmal: WIR AKZEPTIEREN das, das heißt, wir fördern den Terrorismus indirekt SELBST!
Oder geht irgendein Islamhasser mal einen Weg zu Fuß, um den Saudis das Wasser bzw. das Öl abzugraben?? Nein - FREIE FAHRT FÜR FREIE BÜRGER heißt es dann! Daß im Iran, im Irak und in Arabien AUCH Bürger leben, und das unter der Scharia, und die haben alles andere als "Freie Fahrt": das ist uns DANN wieder wurscht! Oder macht irgendjemand, der ein IPhone hat, den Mund auf angesichts der Oppositionsunterdrückung und Todesurteile in China? Nein, weil die Olympischen Spiele in Peking ja vorbei sind, und damit ist China aus dem Focus! Hängt noch irgendwo eine Fahne von Nepal?

Die religiösen Gefühle und die terroristische Perspektive


Und schließlich spielt auch Demütigung eine Rolle: viele Muslime empfinden so, weil an ihren heiligen Stätten US-Truppen stationiert sind. Können Christen ja nicht nachempfinden: oder sind etwa sunnitische Eliteeinheiten in Rom oder Wittenberg stationiert?

Terrorismus ist auch eine Frage der Perspektive: wenn hier im Stundentakt Jumbos voller dicklicher Asiaten landen würden, die nur hier sind, um für 20 Euro Sex mit unseren Töchtern haben zu können: welcher ehrbare Familienvater würde da nicht den Sprengstoffgürtel umschnallen und so ein Flugzeug per Selbstmordattentat abstürzen lassen? 
Die neuen deutschen Islamhasser, die islamistischen Terrorismus direkt mit dem Islam verbinden, nach Lesart des Falken also auch "Radikale" sind (schließlich legen sie den Koran genauso aus wie die Taliban oder der IS!), wären doch die ersten, die zum bewaffneten Widerstand aufrufen würden! Oder etwa nicht?!?

Sowas können wir uns ja in unserer "Zivilisation" nicht vorstellen. Die Autoscheiben werden immer dicker, um uns vom Verkehr abzukoppeln. DIE haben Angst, daß sie ihre Kinder nicht ernähren können, und WIR haben Angst, daß unser Deo versagt oder daß der neue 3D-LED-SMART-TV bei Media Markt vergriffen ist. DAS ist der Unterschied.
Aber die Welt wird immer transparenter - und trotzdem kriegen wir nicht mit, was woanders passiert. Erst dann, wenn die Leute bei uns an die Tür klopfen. Ob mit einer Faust, oder mit einer Bombe. 

Die Chance für den Islam


Eigentlich ist das menschenverachtende Gebaren des IS eine Chance für den Islam: selbst die schlichteren Gemüter müßten nun in der Lage sein, zwischen dem Glauben und dem Handeln dieser Barbaren zu unterscheiden. Schließlich gibt es über eineinhalb Milliarden Muslime auf der Welt, von denen ca. 99% friedlich sind - jedenfalls nicht kriegerischer als eine durchschnittliche deutsche Stammtischparole! 
Statt dessen kehrt sich der Trend gerade um: selbst eigentlich helle Köpfe fangen an, die Untaten des IS mit dem Koran zu verbinden. Da faß ich mir echt an den Kopf! Nennt irgendjemand einen gläubigen Christen einen potentiellen Sexualstraftäter angesichts tausender Fälle von Kindesmißbrauch durch Geistliche? Natürlich nicht! Aber der Moslem ist ein potentieller Terrorist?

Koran und Bibel


Achja: im Koran stehen ja diese ganzen Passagen, wonach man Ungläubige töten soll! Na und? Die stehen in der Bibel ganz genauso, da hat Mohammed sie ja her! 
Der Gott des Alten Testaments ist ein fremdenfeindlicher, rassistischer, eifersüchtiger, grausamer, launischer Stammes- und Rachegott, dessen Ursprünge als nomadischer Wetter- und Vulkangott in Arabien (!!) liegen.

Dagegen wirken die Tötungsaufrufe im Koran geradezu wie Kinderlieder, man lese einfach mal die Gewaltorgien im Buch Josua, um nur ein Beispiel zu nennen. Wenn irgendeine jüdische oder christliche Extremistenorganisation, zum Beispiel die Mörder von Rabin oder amerikanische Abtreibungsgegner, sich auf das Buch Josua oder auf den Enkel des Aaron, Pinehas, berufen würde, und sämtliche Ausländer in Tel Aviv mit Schwerten und Speeren töten oder Abtreibungsärzte in den USA erschießen würden:
wären dann "die Juden" oder "die Christen" in ihrer Gesamtheit potentielle Mörder und Terroristen? Nein. Aber der Moslem ist ein Terrorist, weil er an ein Buch glaubt, in dem sowas steht?

Noch dazu ist im Koran mit "Ungläubiger", der zu töten ist, keinesfalls der Jude oder der Christ gemeint: denn das sind lt. Koran die BRUDERRELIGIONEN! Warum auch nicht: alle drei stammen zumindest mythologisch von Abram/Abraham/Ibrahim ab, dem MIGRANTEN aus dem IRAK, der seine EIGENE HALBSCHWESTER geheiratet hat (unerhört!).

Die Distanzierung und der deutsche Muslim


Und was soll diese Forderung, die deutschen Muslime müßten gegen die Taten des "IS" Laut geben? WER nimmt denn den durchschnittlichen deutschen Muslim ernst? Muslime in Deutschland sind eine MINDERHEIT, noch dazu oftmals optisch irgendwie erkennbar, weil doch meist mit dunkleren Augen, Haut und Haaren. Auf die haben wir noch nie gehört: warum gerade jetzt? 
Bei gleicher Qualifikation muß ein deutscher Muslim achtmal mehr Bewerbungen (!!) schreiben, um einen Job zu kriegen. Und da wundern wir uns, wenn die wegschauen?

Ganz abgesehen davon: wenn UNS nicht interessiert, wie es der Bevölkerung in anderen Staaten geht, sobald wir Milch kaufen oder den Motor anwerfen: warum sollte es ausgerechnet muslimische Migranten interessieren? Wir FORDERN doch immer Integration: da machen es die Muslime mal genauso wie wir, und zeigen ein gepflegtes Desinteresse, und dann hauen wir es ihnen um die Ohren? Gehts noch? Die pure Doppelmoral! 

Ganz abgesehen davon haben sich beispielsweise die deutschen Verbände davon längst distanziert. Es hat nur mal wieder keiner gehört! Ich finde es empörend, daß sie sich dazu gezwungen sahen, das überhaupt tun zu müssen: was hat ein Ayman Mazyek, hier geboren und aufgewachsen, mit einem IS-Terroristen zu tun? Genau: gar nichts! Mich wundert das überhaupt nicht, daß das mit der "Distanzierung" so lange gedauert hat! 

"Was tun?"


Natürlich muß der IS gestoppt werden, das ist kurzfristig die einzig richtige TAKTIK. Da muß dazwischengehauen werden, daß sich die Haare locken, daß dem Radikalen der Kitt aus der Brille rieselt, und daß die so eine Angst bekommen, daß sie keinen Bock mehr haben und die AK weit weg werfen. 

Eine militärische Eindämmungsaktion die das KÖNNTE, macht aber keiner! Wo sind die Bodentruppen? Wo? Statt dessen werden wieder Drohnen geschickt, die Bomber starten und bombardieren "IS-Stellungen", mit der seit 1991 bekannten "chirurgischen Präzision", die es, wie wir heute wissen, niemals gegeben hat. 
Das sorgt wieder für unschuldige Opfer, die Eltern verlieren und im Hass auf den Westen aufwachsen. Was DERZEIT gegen den "IS" unternommen wird, STÄRKT ihn, sorgt für unbegrenzt Nachwuchs und verankert sein Denken und Handeln in der Bevölkerung. Durch halbherzige Militär- oder Polizeiaktionen kommt man den URSACHEN ideologischer Täter nicht bei. 

Das ist so alt wie die Kreuzigung: mit Druck hält man sie am Leben, und MACHT SIE NOCH STÄRKER! Wer islamistischen Terrorismus beschränken, einengen oder sogar beenden will, der muß sich um die soziale und wirtschaftliche Situation junger Menschen rund ums Mittelmeer kümmern! Das ist etwas LANGFRISTIGES, und deshalb heißt das auch STRATEGIE! Der muß Lebensverhältnisse angleichen, und das geht eben nur auf Kosten UNSERES Lebensstandards. 

Und genau das will keiner!

Sicherheitspolitik


Bildungs- und Entwicklungshilfepolitik ist SICHERHEITSPOLITIK! Das wollen wir aber gar nicht - sonst würde es ja jemand tun! Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß in politischen oder wirtschaftlichen Führungszirkeln das nicht bekannt ist. Daher kann nur ein höherer Sinn darin stecken, weltweit 80% der Bevölkerung als Geisel des Wohlstands zu halten und den Feind so zu pflegen, daß er zwar nicht wächst, aber auch nicht ausstirbt. 
Mit Feindbild und Angst läßt sich eine Gesellschaft viel leichter regieren: eine Erkenntnis vom alten Scipio Nasica Serapio, von vor über 2000 Jahren. 

Wir haben ja gut reden: kaum 70 Jahre nach Ende des schlimmsten Regimes der Geschichte laufen wir mit dem Oberlehrer-Zeigefinger durch die Welt, und predigen Demokratie, als hätten wir sie erfunden. 
Haben wir aber nicht: sie wurde uns mit Anlauf EINGETRICHTERT! Wir waren in Westeuropa mit die letzten, die eine Demokratie auf die Beine bekamen. Und die ist dann auch kläglich gescheitert, weil von rechts extremistische Gedanken in die Mitte sickerten. (?!?)
Wie wärs mit ein bißchen Demut? Hat eben nicht jedes Land einen Marshall-Plan bis zu Anschlag im Hintern stecken. Wenn sich nach dem 2. Weltkrieg nicht Herr Marshall, sondern Herr Morgenthau durchgesetzt hätte, dann wäre das IPad in der Hand vieler deutscher Islamhasser jetzt ein SPATEN! Und Strom gäbs nur abends zwischen 18 und 20 Uhr! Man muß ja früh genug schlafen, denn um 4 Uhr morgens muß man die Kühe melken. MIT DER HAND!
Zum nachgoogeln: der Morgenthau-Plan. 

Ursachen des "IS"


Der "IS" ist der Auswuchs der wirtschaftlichen Ausgrenzung, der mangelnden Bildung, der Wirtschaftspolitik des "zivilisierten" Westens und der Außenpolitik der USA der letzten 50 Jahre. Vom "Islam" eine "Aufklärung" zu verlangen, die wir selbst jahrhundertelang verhindert haben, ist so zynisch, wie einem Mann die Beine abzuhacken und sich dann über seinen Rollstuhl lustig zu machen. WIR haben den IS erst ermöglicht, und nun schicken wir die Kurden ins Feuer - übrigens mehrheitlich auch Muslime.

"Krieg ist der Terrorismus der Reichen gegen die Armen." 

Terrorismus ist der Krieg der Armen gegen die Reichen."


- Sir Peter Ustinov


So long


Der Falke


Montag, 5. September 2011

Die rechte Schere steht offen


Warum wählt rechts nicht rechts? Ein flüchtiger Erklärungsversuch.


Ja Servus,

bezugnehmend auf die Wahlergebnisse von Mecklenburg-Vorpommern und den Artikel der Süddeutschen Zeitung
Warum reüssieren die Neu-Rechten Parteien nicht, wenn doch das Potential in der Gesellschaft vorhanden ist? Wo kommt diese Schere her?

Das Potential ist da: Sarrazins Erfolg kommt trotz seiner biologistischen Bezüge aus der Mitte der Gesellschaft. Rassistisches oder zumindest fremdenfeindliches Gedankengut gibt es in allen Parteien: 

- sei es der Ex-CSU-Ministerialdirigent, der in einem Gutachten für seine Burschenschaftler den "Ariernachweis" fordert,
- sei es der Rassismusvorwurf an den Vorstand der Hermsdorfer FDP,
- sei es der hessische CDU-Abgeordnete, der von den Juden als "Tätervolk" sprach,
- oder auch das SPD-Mitglied Sarrazin selbst, das sich beim NS-Chefrassisten bedient, und sich trotzdem als Sozialdemokrat sieht.

Zur NPD müssen wir gar nicht hinsehen, die sind ja offen rassistisch (siehe Pastörs zu Gysi). Das macht sie berechenbar, und damit weitaus ungefährlicher, als sie oft aussehen. Natürlich ist es ärgerlich, dass sie noch vom Steuerzahler alimentiert werden...aber die Anti-Islamdebatte haben sie komplett verpasst, und waren  da immer nur Trittbrettfahrer. Das zeigt, dass sie keinerlei Akzente setzen können. Ihre programmatische Arbeit ist von der gleichen Qualität wie ihre parlamentarische Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern. 

Aber die anderen, die in unserer Mitte, tragen die Maske der Demokraten, und sind in unseren Augen dadurch weitaus gefährlicher. Denn die wir heute noch als verkleidete Rassisten sehen, feiern wir morgen vielleicht schon als "Tabubrecher" und "Kämpfer gegen Denkverbote". Beides Worte, mit denen man Sarrazin schon betitelt hat, seit sein Buch erschien.

"Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, 
sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten“ 
(wird Adorno zugeschrieben)

Sicher tragen die Schutzmechanismen gegen Populisten, die in der Verfassung verankert sind, dazu bei, dass bei den Neu-Rechten der zählbare Erfolg erstmal ausbleibt. Die gleichen Mechanismen übrigens, die in der Vergangenheit schon so oft als überflüssig angesehen wurden.

Dazu kommt auch die angesprochene Scheu, als "rechtsextrem" entlarvt zu werden. Daher ist es ja so wichtig, dass man genau hinschaut und hinhört, wer da an der Spitze der Parteien steht, wo er herkommt und was er sagt. Denn da lässt sich oft vieles nachweisen - man muss nur hinhören. Und genau da sehen wir unsere Aufgabe: wir glauben eben nicht, dass jemand ein "Demokrat" ist, der Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit oder ihrer Herkunft einstuft. Und nicht nach dem, was sie denken, sagen oder tun. 

Daher ja die Strategie der Neu-Rechten, eine Art "Kulturrassismus" zu etablieren, der auf den ersten Blick ohne völkische Komponente auskommt. Das Schlagwort vom "Ethnopluralismus", das wir gern mit "Ausländer raus für Gebildete" übersetzen. 

Denn da zeigt sich eine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung:
Eine neue Elite ist herangewachsen, die die 68er-Ideale ("Links") kritischer sieht oder sogar ablehnt: der konservative "Roll-back" der "Neuen Bürgerlichen", der sich aber nicht so recht Bahn brechen kann...weil längst nicht mehr alle Konservativen automatisch Union wählen. 
Denn auch der Grüne Kretschmann, ein Katholik,  und viele seiner Wähler bezeichnen sich als "konservativ": der Spaltung des "sozialen Lagers" wg. "Agenda 2010" folgt nun die Aufweichung des "konservativen Lagers". Das erzeugt bei den Verbleibenden Unsicherheit. Und Angst.

Dazu kommen die Zukunftsängste und das Bewusstsein, dass nichts mehr so ist wie früher: die Karriere von Vati, der 45 Jahre bei der gleichen Firma war, ist Geschichte. Heute ist "Generation Projekt" und "Generation Praktikum": die Schattenseiten der Globalisierung. 

Dann ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zur Ablehnung alles Neuen ("Europa") und Fremden ("Islam"). Und dann sind die drei Feindbilder komplett: "Links", "Islam" und "Europa".
"Wehe uns, wenn eines Tages die Moscheen brennen......dann wills wieder keiner gewesen sein."  Hagen Rether, am 29.12.2007(!)

So long

Der Falke


Montag, 15. August 2011

Das Feindbild Islam

Ja Servus,

das ZDF zeigt grad im Rahmen von Guido Knopp's "History"-Serie das Special "Kreuz gegen Halbmond". Dort kommt der Islamwissenschaftler Peter Heine von der Humboldt-Universität Berlin mit einem Kommentar zu Wort, den wir den Wortführern der islamophoben Blogs gern mal an die Stirn tackern würden:
"Kann es eine Welt geben, in der man keine Feindbilder hat? Ich habe mich da immer gegen gewehrt, aber ich muss jetzt einfach empirisch feststellen: Offenbar brauchen Gesellschaften Feindbilder, um irgendwie zu funktionieren. [...] Derzeit ist der Islam das Feindbild."
Peter Heine bestätigt damit den Psychoanalytiker Fritz Riemann (1902 - 1979). Von ihm stammt das Grundlagen-Werk der psychoanalytischen Angstforschung "Grundformen der Angst" (1961), welches angstgestörte Persönlichkeiten in schiziode, depressive, zwanghafte und hysterische Persönlichkeiten einteilt . Riemann schrieb:

"Die amorphe Masse braucht eine Angst, sich zu strukturieren."



Und selbst der nette Hardliner aus Altötting, der ehemalige Prof. Ratzinger, jetzt mit dem Pseudonym Benedikt XVI. unterwegs, liess sich anlässlich seines Besuches in der Türkei zu dem Satz hinreissen: 
"Unter den verschiedenen Religionen betrachtet die Kirche mit Hochachtung auch die Muslime, die die Existenz eines alleinigen Gottes anerkennen."

Links Prof. Ratzinger, rechts Mustafa Cagrici, gemeinsames Gebet in der Blauen Moschee

Von Prof. Ratzinger halten wir nicht so viel, weil er ein religiöser Dogmatiker ist. Und wir mögen keine religiösen Dogmatiker, egal, welcher Glaubensrichtung. Umso mehr schätzen wir diesen Satz.

Also, liebe Christen bzw. diejenigen, die sich dafür halten, liebe Kreuzritter, liebe PI-"Vordenker", liebe anonyme und offene Ausländerfeinde, liebe Ewiggestrige, liebe Paranoide und liebe Alkohol-Erleuchtete:

Der Islam ist nicht der Feind. 
- Der Feind ist immer derjenige, der das alleinige Deutungsrecht über eine "Heilige Schrift" hat, heisse sie nun Talmud, Tanach, Bibel, Testament, Koran, Haditha oder sonstwie. 
- Der Feind ist derjenige, der festlegt, wer zum Kreis der Rechtgläubigen dazugehört und wer nicht. 
- Der Feind ist derjenige, der den ursprünglich friedlichen und versöhnlichen Grundgedanken seiner Religion ins Gegenteil verkehrt, um einen Krieg gegen "die Anderen" zu legitimieren.
Und zum Thema "Heiliger Krieg" sei nur soviel gesagt:
Der Begriff stammt aus dem Alten Testament (Joel 4,9). Er ist also ein Produkt der bei uns so vielbeschworenen "jüdisch-christlichen Tradition". Mohammed hat den Begriff nur abgeschrieben. 

So long

Der Falke




Edit: dieser Beitrag ist inspiriert von Hagen Rether.


Mittwoch, 10. August 2011

Netzfundstück: "Wenn das der Führ...ähm, Fjordman wüsste"

Ja Servus,

bei der Recherche nach politischen Positionen des inzwischen zu trauriger Berühmtheit gekommenen islamophoben Ex-Bloggers "Fjordman" sind wir auf einen seiner Artikel im "Brussels Journal" gestossen.
Das Organ nennt sich die "Konservative Stimme Europas", macht aber leider diesem Titel durch die Veröffentlichung des Fjordman-Textes nur wenig Ehre: denn traditionell sind "Islam" und "Konservativismus" kein Gegensatz.

Im Gegenteil. Immer wieder wird aufgezeigt, dass vor allem wertkonservative muslimische Migranten, vor allem Türken, für die Konservativen Parteien ein nicht zu unterschätzendes Stimmenpotential darstellen. Welches beispielsweise den Wahlsieg der CDU unter Rüttgers in NRW erst ermöglichte.

Aber:
Diesmal gehts gar nicht mal um den Inhalt des Artikels. Die Auseinandersetzung mit den Inhalten einiger Fjordman-Texte wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Haha, nein, hier ist was ganz anderes passiert. Im Artikel erschien eine Werbeanzeige von "Muslima.com", auf der Muslime offenbar die passende Frau fürs Leben finden können. Doch, ist wirklich so, zum Beweis hier ein Screenshot:

zum Vergrössern anklicken

Ich weiss nicht, ob die Anzeige da dauernd steht, oder ob sie von AdWords nur für mich eingesteuert wurde (wäre ja aufgrund des Stichwortes naheliegend) ;-)

Wenn das der Führer Fjordman wüsste! Spätestens jetzt würde er sich zur Ruhe setzen, wenn er es nicht schon getan hätte.

So long

Der Falke









...lacht immer noch...

Noch eine Stufe tiefer: Politically Incorrect relativiert die Thesen des Attentäters von Oslo

Ja Servus,

es geht immer noch schlimmer, oder?

Ein ehemaliger und von uns hochgeschätzter Geschäftsführer des Frankfurt-Trust, der renommierten Investment-Tochter der BHF-Bank, sagte mal:
"Es gibt kein Niveau, von dem man nicht nochmal 50% fallen könnte." 
Damit meinte er die Aktienkurse. Das Zitat ist aber wunderbar übertragbar auf das Niveau von Politically Incorrect.
Da ist der Boden wohl noch lange nicht erreicht. Nun schafft es der Autor mit dem schönen Pseudonym Frank 'n' Furter Frankfurt-Trust Frank Furter die abstrusen Thesen des Osloer Attentäters kaum drei Wochen nach der Tat zu relativieren.

Er schreibt:
Zitat: "Nun zeigt sich in England, dass nicht alles krude ist an A[......] B[......]'s (gemeint ist der Attentäter von Oslo, der Verf.) Thesen."  Zitat Ende. (Auslassung von uns)
Du meine Güte. Was, WAS muss eigentlich passieren, damit es mal NICHT von verwirrten PI-Autoren für ihre menschenverachtenden Theorien verschwurbelt wird? 
- Da bringt ein Attentäter zig Jugendliche um, weil sie an einem sozialistischen Jugendcamp teilnehmen. Teilnehmen! Soll ichs nochmal schreiben? TEILNEHMEN!
Aus seinem Rechtfertigungspamphlet geht klar hervor, dass er unter anderem in "den Sozialisten und den Kulturmarxisten" (wer immer das auch ist) die Urheber dafür sieht, dass der Islam irgendwann Europa "überrollen" könnte. 
Das gleiche Argumentationskonstrukt findet man in unzähligen PI-Artikeln, bei "Gates of Vienna", bei "Pax Europa", von dem unseligen "Fjordman" oder dem pseudointellektuellen PI-Vorturner Michael Mannheimer, der aktiv zum -notfalls bewaffneten-  Widerstand aufruft. Und sogar eine Art Internet-Pranger für "Islam-Wegbereiter" nach Art der Nürnberger Prozesse im Internet initiiert (und dabei mal eben den Holocaust relativiert) und Prozesse wegen "Hochverrats" führen will. Der also neben seiner bekannten Diagnosen Paranoia und Logorrhoe auch noch das Krankheitsbild des Grössenwahns zeigt.
Und trotzdem schaffen es die PI-Autoren, nachdem sie womöglich stundenlang gehirnt haben, eben jenen "Sozialisten und linksgrünen Allestolerierern", die die OPFER (!) der Taten waren, die Schuld für Oslo in die Schuhe zu schieben. Da haben sich die Jugendlichen von Oslo womöglich selbst umgebracht! Also Respekt: dafür braucht man schon einige hundert Millionen origineller Gehirnwindungen mehr als der Durchschnittsmensch.
- Da tobt der Mob auf Londons Strassen, so dass riesige Sachschäden entstehen, und es nun sogar den ersten Toten gegeben hat. Und schon ist PI zur Stelle und sieht als einzige mögliche Ursachen - na was wohl - Einwanderung, "Multikulti" und Islam.
Dass die Polizeitaktik falsch gewesen sein könnte, dass es ökonomische, gesellschaftliche und soziale Ursachen geben könnte (übrigens die weitaus häufigsten Ursachen einer Radikalisierung, AUCH religiöser Radikalisierung!): das wird alles ausgeblendet. Auch weisse Briten schmeissen Steine und plündern Geschäfte. Doch, ist wirklich so. Und das tun sie nicht, weil sie pakistanische Nachbarn haben, die vielleicht sogar Muslime sind. 
Sondern weil sie keine Perspektive haben. Der Brite und der Pakistani. Dass der eine Anglikaner und der andre Muslim ist, oder dass beide vielleicht grad andre Sorgen haben als ihre jeweilige Konfession, ist dabei dem jeweils anderen völlig wurscht.

Mal sehen, was noch kommt: vielleicht kriegt PI heraus, dass der Islam die letzten beiden Sommer sabotiert hat (viel zu feucht!), oder schuld ist an der Fukushima-Katastrophe.

Eigentlich sollte man die gar nicht mehr ernst nehmen bei dem Kram, den sie inzwischen verzapfen. Ich glaube auch, dass der Peak, nicht zuletzt wegen Oslo, inzwischen überschritten ist. Derartige Realitätskonstruktionen werden dafür sorgen, dass PI weiter an Boden verliert. Schauen wir dabei zu.

Aber der Falke wird weiter besonders wachsam hinschauen. 

So long

Der Falke





Hinweis: Im Zitat oben fehlt der Name des Attentäters. Wir wollten den hier nicht ausschreiben.