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Freitag, 26. Dezember 2014

Frohe Weihnachten an "pegida"

Ihr müßt jetzt gaaaanz stark sein: Jesus war "Südländer"! 



Ja Servus,

in diversen "pegida"-"Positionen" spiegelt sich die "Sorge um das christliche Abendland" und das "christlich-jüdische Erbe", die Angst vor "Asylanten", "Flüchtlingen", "Südländern" und "Ausländern" und der Wunsch nach  "Erhalt der Familie" als "traditionellem Wert". Aha. (Sooo viele Anführungszeichen - geht leider nicht anders...).

Wie möchten mal diejenigen, die in diesem Zusammenhang so sehr auf die Bibel verweisen, daran erinnern, was in der Bibel so alles zu diesen Themen drinsteht!

Denn "Jesus" (latinisiert, eigentlich: Jeschua!) war jemand, gegen den "pegida" heute auf die Straße gehen würde!

Jesus war nämlich:

- Ausländer (jedenfalls kein Deutscher, die Germanen beteten zu dieser Zeit noch Eichen an!)
- "Südländer"
- Asylant
- Flüchtling
- Kind von Flüchtlingen
- Gewalttäter (!) (vertrieb mit Peitschenhieben die Händler aus dem Tempel!)
- kinderlos (!!) und
- unehelich (!!!)
- Pazifist (!!!!), und möglicherweise sogar
- Sozialist (!!!!!).

*schallendes Gelächter*. Jesus, der gewalttätige Asylant aus prekären Familienverhältnissen, der sich mit Gesindel (Huren, Zöllner, Unterschicht etc.) umgibt, der "die Reichen" der Welt, nämlich uns (!) kritisiert?
Und was macht ihr nun?

Geht aber noch weiter. Jedesmal, wenn wir ein Kruzifix sehen, oder eine Ikone, oder einen Jesus-Spielfilm, wird Jesus als Europäer dargestellt. Ein Weißer, oftmals mit blonder Wallemähne und Vollbart. Das ist doch in höchstem Maße lächerlich! Und ein verdeckter Rassismus. Ein paar Beispiele:


Der hier: blond und blauäugig. Dieser Jesus ist wohl eher aus einer niederländischen Späthippiekommune ausgerissen, oder war mal in einer schwedischen Rockband. Vielleicht bei "Hair Crime" Europe ("The Final Countdown")?



Oder der hier: Der Schauspieler Henry Byron Warner in der Erstverfilmung von "King of Kings". Jesus soll ja erst Anfang 30 gewesen sein, als er starb - in dieser Rolle sieht er aber eher aus wie der gütige Vorstandsvorsitzende des lokalen Rotarierclubs in seinen besten Jahren. Oder wie Charlton Heston als Moses. 



Oder der hier: der renommierte Schauspieler Max von Sydow. Ein Mann aus Lund, das ist in Süd-Schweden. Die Augen leuchten so blau, das müssen Kontaktlinsen sein!



Oder der hier: der viel zu früh verstorbene Jeffrey Hunter. Mit schlechtsitzender Perücke und - Sie ahnen es! - Kontaktlinsen. Warum nicht gleich der für seine leuchtend blauen Augen bekannte, aber schauspielerisch immer unterschätzte Terence Hill/Mario Girotti



Oder der hier: der wunderbare Robert Powell (ein Brite!) in der Zeffirelli-Verfilmung von 1979. Er kommt mit seinem -natürlichen - Lockenhaar und seinen - unnatürlichen - blauen Augen dem europäischen Jesus-Klischee am nächsten. Na gut - der große Franco Zeffirelli ist ja eigentlich Opernregisseur. 



Oder der hier: ein Fest für die "pegida"-Germanen. Der Deutsche (!) Andreas (!!) Pietschmann (!!!) aus Würzburg (!!!!) als Jesus in der TV-Serie "Ihr Name war Maria". 



Der Lichtblick: 
von allen Jesus-Verfilmungen kommt Enrique Irazoqui in der Pasolini-Verfilmung von 1964  der Realität noch am nächsten. Endlich ein "Südländer". Wenn auch trotzdem ein Europäer - Irazoqui ist Spanier.

Wir lassen weg: den grandiosen Willem Defoe in der Scorsese-Verfilmung "Die letzte Versuchung Christi". Das ist keine Verfilmung des Neuen Testaments - sondern eines Romans von Kazantzakis

Wie sah Jesus denn nun eigentlich aus, wenn er "Südländer" war? Wir hätten da mal ein paar Vorschläge:


Auf diesen vier Bildern sind ein Türke, ein Syrer, ein Palästinenser und ein deutscher Jude aus Berlin. Wer wer ist - viel Spaß beim Raten. 

Die BBC veröffentlichte 2001 eine Rekonstruktion eines typischen Bewohners von Israel/Palästina um die Zeitenwende. Dabei kam dann das hier heraus:


(C) bbcnews, 2001


So long

Der Falke




Dienstag, 16. Dezember 2014

Aufruf an "pegida": Lest "Pi-news"!


Die verbale Brandflasche*


Ja Servus,

nachdem derzeit eine Mischung von diffus-ängstlichen "Wutbürgern" über Hooligans bis hin zum Neonazi die etablierten Parteien verschreckt, indem sie ausgerechnet dort gegen die angeblich drohende Islamisierung protestiert, wo es kaum Muslime gibt, werden woanders Brandanschläge gegen Asylbewerberheime verübt. 

Letztes Beispiel ist Vorra in der Nähe von Nürnberg. Die Bevölkerung ist entsetzt. "kewil", der Chefhetzer vom Drecksblog "pi-news", nicht.

Er verharmlost den Anschlag: die Gebäude wären ja "...leer..." und "...dem Verfall entgegen schimmelnd...". Ja, doch, wirklich. 


"kewil"'s Tirade gegen die Gebäude, und für Brandanschläge
Bei Klick Originalgröße

Und bei seiner Verharmlosungsorgie fällt ihm gar nicht auf, daß er lebhaft schildert, in welchen "Gebäuden" bei uns politische Flüchtlinge untergebracht werden. Denen zuhause möglicherweise Verfolgung oder schlimmeres droht. Ein Eigentor am Rande. 

Liebe "Pegida"-Wutbürger: 
die unter Euch, die da mitmarschieren und die nicht vom Hass, sondern von Angst (wovor auch immer) oder Politikentfremdung angetrieben werden:

Lest "PI-news"!


Damit ihr  mal seht, wem ihr da auf den Leim geht. Das sind nämlich keine "Islamkritiker". WIR sind Islamkritiker, weil wir Atheisten sind. 

Nein, das sind knallharte Rassisten. Nicht nur Muslime, auch Asylanten an sich (ob Muslime oder nicht), Sinti/Roma (konsequent aber nur "Zigeuner" genannt), Schwule, Schwarze und "nicht-Rechte" Medien werden attackiert. Die NSU-Verbrechen werden relativiert, und neuerdings auch Brandanschläge. Und man schlägt sich auf die Seite der Pius-Bruderschaft, das sind die Judenfeinde mit dem mittelalterlichen Frauenbild. 
Ausnahmsweise verlinken wir das mal. 

Und dann werden auch noch "die politischen Eliten" für die Taten des norwegischen Attentäters, dessen Namen wir hier nicht nennen, verantwortlich gemacht. Achja, und man bezeichnet ihn sicherheitshalber als "Psychopathen", obwohl ihn das Gericht für zurechnungsfähig erklärte. Bloß Abstand zu dem halten, damit keiner merkt, wie nahe sich die Artikel bei "pi-news" und das Pamphlet des Oslo-Attentäters inzwischen gekommen sind. 

Macht einfach mal ein Experiment:
Wir sind ja dagegen, den Holocaust zu relativieren. Aber wer glaubt, zumindest in Sachen "Islam" hätte PI recht, sollte einfach mal in den PI-Artikeln das Wort "Moslem" durch das Wort "Jude" ersetzen. Und schauen, was dann dabei rauskommt.
Zur Erinnerung: die letzte Gruppierung, die Menschen ausschließlich aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit kriminalisierte und diskriminierte, wurde 1945 verboten. Und die NPD ist kurz davor. 

Darüberhinaus werden immer wieder klar rechtsextreme Pamphlete wie Webseiten von Holocaustleugnern, rechtsextreme "Historiker" oder die NPD-Hauszeitschrift "Deutsche Stimme" in der Argumentationsführung zitiert. Vor allem vom Oberschreihals Michael Stürzenberger, einem ehemaligen CSU-Mitglied (!). Dessen furchterregendes und geradezu zwanghaft erscheinendes verbissenes Auftreten inzwischen schon pathologische Züge trägt. 

Als wenn das irgend etwas anderes beweisen würde als die Zugehörigkeit dieses Blogs zur Extremen Rechten. 


Wir könnten noch wesentlich mehr verlinken. Aber macht Euch selbst ein Bild. Bei uns gibts dazu ja auch genug zu lesen: siehe unsere Stichwortliste. 
Schaut genau hin, so, wie wir. 

Jaja, wir wissen auch, daß eine Parteiendemokratie zur Entfremdung von Politik führen kann. Aber: wollt ihr wirklich in einem Land leben, wo die von "pi-news" das Sagen haben? Dann ist nämlich ganz schnell Ende mit Demonstrationen!

So long


Der Falke





P.S.: Betr. "Nazikeule"
Nein, wir machen aus "pegida"-Teilnehmern und "pi-news"-Lesern und -Autoren keine "Nazis". Wer das verbreitete Gedankengut dieses Drecksblogs kennt und sich nicht deutlich distanziert, macht sich selbst dazu.

*Brandflasche:
Bundeswehr-Slang für "Molotow-Cocktail".